Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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verhindern, daß Ihr einen Tag, eine Stunde, in Eurem edlen Vertrauen, den Unterthan dem Herrn vorzoget? Ich wenigſtens nicht, der ich mich zu wenig auf edle Gefühle verſtünde, wenn ich Frau Diana von Poitiers ein Verbrechen daraus machen wollte, daß ſie, von HeinrichII. geliebt, den Grafen von Montgommery liebte.“

Diana machte plötzlich eine Bewegung, ſtand halb auf und öffnete ihre großen, grünen, klaren Angen. In der That, zu wenig Perſonen kannten ihr Ge⸗ heimniß am Hof, als daß dieſes raſche Wort von Ga⸗ briel nicht einiges Erſtaunen bei ihr verurſacht haben müßte.

„Habt Ihr materielle Beweiſe von dieſer Liebe?“ fragte ſie nicht ohne eine gewiſſe Unruhe.

„Ich habe nur eine moraliſche Gewißheit, Madame, doch ich habe ſie.“

„Ha!“ machte ſie, indem ſie wieder ihre freche Miene annahm.„Nun! dann iſt es mir ganz gleich⸗ gültig, Euch die Wahrheit zu geſtehen. Ja, ich habe den Grafen von Montgommery geliebt. Hernach?“

Doch hernach wußte Gabriel nichts Beſtimmies mehr, und er wandelte nur noch in der Finſterniß der Vermuthungen. Dennoch fuhr er fort:

„Ihr habt Jacques von Montgommery geliebt, Madame, und ich wage ſogar zu behaupten, daß Ihr ſein Andenken liebt; denn iſt er von der Oberfläche der Welt verſchwunden, ſo iſt es für Euch geſchehen.

Nun wohl! in ſeinem Namen beſchwöre ich Euch, Ma⸗

dame, und richte ich eine Frage an Euch, die Euch vielleicht vermeſſen vorkommen wird, ich wiederhole es, doch ich wiederhole auch, daß Eure Antwort, wenn Ihr mir zu antworten die Güte habt, in meinem Herzen nur Dankbarkeit und Anbetung zur Folge haben wird; denn an dieſer Antwort hängt mein Leben; ich wieder⸗ hole endlich, daß ich, wenn Ihr ſie mir nicht verwei⸗ gert, fortan mit Leib und Seele Euch gehören werde,

und die gediegenſte Macht der Erde kann eines treuen