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gleichen Kampf der glühenden Leidenſchaft gegen die eiſige Eitelkeit, und begann mit ziemlich viel Ruhe.
„Madame,“ ſprach er,„der Schritt, den ich bei Euch thue, iſt allerdings kühn und wahnſinnig. Doch es gibt zuweilen im Leben ſo ernſte, ſo erhabene, ſo feierliche Umſtände, daß ſie uns über die gewöhnlichen Regeln des Wohlanſtandes, über die gewöhnlichen Be⸗ denklichkeiten ſetzen. Ich befinde mich nun in eiper die⸗ ſer furchtbaren Kriſen des Schickſals. Der Mann, der mit Euch ſpricht, Madame, legt in Eure Hände ſein Leben, und wenn Ihr es ohne Mitleid fallen laßt, ſo wird es zerſchellen.“
Frau von Valentinvis machte nicht das geringſte Zeichen der Ermuthigung. Den Leib vorwärts geneigt, das Kinn auf ihre Hand, und den Ellenbogen auf ihr Knie ſtützend, ſchaute ſie Gabriel feſt und mit einer Miene verdrießlichen Erſtaunens an.
„Madame,“ fuhr Gabriel fort, indem er den be⸗
trübenden Einfluß dieſes abſichtlichen Schweigens von
ſich abzuſchütteln ſuchte,„Ihr wißt, oder wißt vielleicht nicht, daß ich Frau von Caſtro liebe. Ich liebe ſie, mit einer tiefen, glühenden, unwiderſtehlichen iebe.“
„Was geht das mich an?“ ſchien ein nachläßiges Lächeln von Diana von Poitiers ſagen zu wollen.
„Ich ſpreche von dieſer Liebe, die meine Seele er⸗ füllt, Madame, um dazu zu gelangen, Euch zu ſagen, ich könne, ich müſſe ſogar die blinden Fatalitäten und die unverſöhnlichen Forderungen der Leidenſchaft ver⸗ ſtehen, entſchuldigen, bewundern. Weit entfernt, dieſe zu tadeln, wie der gemeine Haufen, ſie zu zergliedern, wie die Philoſophen, ſie zu verdammen, wie die Prieſter, kniee ich vor ihr nieder, und bete ſie an wie eine Aus⸗ ſtrahlung Gottes. Sie macht das Herz, in das ſie ein⸗ tritt, reiner, größer, göttlicher; und hat ſie nicht Jeſus geheiligt an dem Tag, wo er zu Magdalena ſagte, ſie


