Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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und wißt Ihr auf welchen Verdacht hin? Wißt Ihr, was man Eurem Vater zur Laſt legte? Man beſchul⸗ digte ihn, er ſei der glückliche Liebhaber von Diana von Poitiers und der bevorzugte Nebenbuhler des Dauphin, der heute König von Frankreich iſt. Ver⸗ gleicht nun die Zeitangaben, gnädiger Herr.“

„Himmel und Erde!“ rief Gabriel.„Doch ſprecht, ſprecht,“ ſagte er, alle Kräfte ſeines Weſens zuſammen⸗ raffend,„mein Vater war angeklagt, doch wer beweiſt, daß die Anklage gegründet war? Diana iſt fünf Mo⸗ nate nach dem Tode meines Vaters geboren, doch wer

beweiſt, daß Diana nicht die Tochter des Königs iſt, der ſie liebt, wie ſein Kind?“

„Der König kann ſich täuſchen, wie ich mich eben⸗ falls täuſchen kann, gnädiger Herr; bemerkt wohl, daß ich nicht ſagte: Diana iſt Eure Schweſter. Doch es iſt wahrſcheinlich, daß ſie es iſt; es iſt möglich, daß ſie es iſt, wenn Ihr wollt. War es nicht meine Pflicht, Euch dieſes Geſtändniß zu thun, Gabriel? Ja, nicht wahr, da Ihr ohne dieſes Geſtändniß nicht auf ſie ver⸗ zichten wolltet? Nun mag Euer Gewiſſen das Urtheil über Eure Liebe ſprechen und Gott mag Euer Gewiſ⸗ ſen richten.“

„Oh! dieſer Zweifel iſt tauſendmal gräßlicher, als das Unglück ſelbſt,“ ſprach Gabriel.„Mein Gott, wer wird mich dieſem Zweifel entreißen?“

„Das Geheimniß war nur zwei Perſonen in der Welt bekannt, gnädiger Herr,“ ſagte Aloyſe,„und nur zwei menſchliche Geſchöpfe hätten Euch antworten kön⸗ nen: Euer Vater, der heute in einem unbekannten Grabe liegt, und Frau von Valentinois, die wohl nie zugeſtehen wird, daß ſie den König getäuſcht hat, und daß ihre Tochter nicht die Tochter des Königs iſt.“

„Ja,“ verſetzte Gabriel,„und jedenfalls, wenn ich nicht die Tochter meines Vaters liebe, ſo liebe ich die Tochter des Mörders meines Vaters! Denn an dem