Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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nichten, ohne nach dem Grund zu fragen, ſo würde ich Dir gehorchen. Doch meine Liebe liegt außer dem Be⸗ reiche meines Willens, Amme, und ſie kommt auch von Gott.“

„Herr,“ rief die Amme die Händé faltend,„er ſpricht eine Gottesläſterung. Doch Du ſiehſt, daß er nicht weiß, was er thut, vergib ihm, o Herr!“ „Du erſchreckſt mich, Aloyſe! Halte mich nicht ſo lange in dieſer tödtlichen Angſt, und was Du auch ſa⸗ gen willſt oder mußt, ſprich, ſprich, ich flehe Dich an.“

„Ihr wollt es, gnädiger Herr? Ich muß Euch durchaus das Geheimniß enthüllen, welches zu bewahren ich vor Gott geſchworen hatte, das mir aber Gott ſelbſt nicht länger zu verbergen befiehlt? Nun wohl! gnä⸗ diger Herr, Ihr habt Euch getänſcht, hört mich, Ihr müßt Euch über die Natur der Zuneigung getäuſcht haben, die Euch Diana einflößte! Es war kein heißes Verlangen, keine Gluth, deſſen ſeid ſicher, ſondern eine ernſte, ergebene Zuneigung, ein Bedürfniß, freundſchaft⸗ lichen, brüderlichen Schutz zu gewähren, nichts Zärtli⸗ cheres, nichts Eigennützigeres, gnädiger Herr.“

„Das iſt ein Irrthum, Aloyſe, die reizende Schön⸗ heit von Diana„4

„Es iſt kein Irrthum,“ ſprach Aloyſe haſtig,„und Ihr werdet darin mit mir übereinſtimmen; denn der Beweis wird Euch ſo klar und unumſtößlich erſcheinen als mir. Wißt alſo, aller Wahrſcheinlichkeit nach iſt Frau von Caſtro. ach! Muth gefaßt, mein Kind! iſt Frau von Caſtro... Eure Schweſter!“

„Meine Schweſter!“ rief Gabriel auffahrend, als ob ihn eine Feder emporheben würde;„meine Schwe⸗ ſter!“ rief er beinahe wahnſinnig.„Wie könnte die

Tochter des Königs und von Frau von Valentinvis

meine Schweſter ſein?“

„Gnädiger Herr, Diana von Caſtro iſt geboren im

Mai 1539, nicht wahr? der Graf Jacques von Mont⸗

gommery iſt verſchwunden im Januar deſſelben Jahres

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