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ſchuld ſeiner Seele rühmte! Solltet Ihr glauben, gnä⸗ diger Herr, daß ich die Niederträchtigkeit gehabt habe, einen Menſchenraub zu verſuchen? Ja, einen Men⸗ ſchenraub! mit Gewalt ſuchte ich die Frau von Meiſter Gorju, dem Kleinſchmied, eine ſehr ſchöne Frau, wie es ſcheint, zu entführen. Zum Unglück, oder vielmehr zum Glück verhaftete man mich, und wenn ich mich nicht genannt und durch Euch empfohlen hätte, ſo brachte ich die Nacht im Gefängniß zu. Das iſt ſchändlich.“ „Sprich, Martin, haſt Du geträumt, oder dieſe neue Unbeſonnenheit wirklich begangen?“ „Geträumt! gnädiger Herr, hier iſt die Meldung.
Als ich ſie nur las, erröthete ich bis über die Ohren. Ja, es gab eine Zeit, wo ich glaubte, alle dieſe ver⸗ dammenswerthen Handlungen wären abſcheuliche Alpe, oder der Teufel beluſtige ſich damit, daß er meine Geſtalt annehme, um nächtliche, ungeheuerliche Dinge zu verüben; doch Ihr habt mich enttäuſcht, und über⸗ dies ſehe ich denjenigen nicht mehr, welchen ich für meinen Schatten hielt. Der heilige Vater, dem ich die Berathung meines Gewiſſens anheimſtellte, hat mich auch enttäuſcht, und derjenige, welcher alle göttliche und menſchliche Geſetze verletzt, der Schuldbefleckte, der Ungläubige, der Verruchte bin ich, wie man mich ver⸗ ſichert. Wie eine Henne, welche Enten ausgebrütet hat, faßt meine Seele ehrbare Gedanken, die ſich in gottloſen Handlungen empören, und meine ganze Tu⸗ gend läuft auf das Verbrechen hinaus. Ich wage es nicht, Euch zu ſagen, daß ich beſeſſen bin, gnädiger Herr, aus dem einfachen Grunde, weil man mich leben⸗ dig verbrennen würde; doch ſeht, in gewiſſen Augen⸗ blicken muß ich wirklich, wie man ſagt, den Teufel im Leibe haben.“ Nein, mein armer Martin,“ entgegnete Gabriel
lachend,„Du ergibſt Dich nur, wie mir ſcheint, ſeit einiger Zeit dem Trunke, und wenn Du getrunken haſt,
ſiehſt Du doppelt.“
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