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es wäre möglich, daß die Königin an den Vicomte dächte, doch der Vicomte denke ſicherlich nicht an die Königin. Ihre Liebe iſt eine arkadiſche, vorwurfsfreie, eine Liebe, die mich rührt, wie ein ſüßes Schäferſpiel oder ein Ritterroman, was mich indeſſen, Gott ſei mir gnädig! nicht abhält, dieſe armen Turteltauben für fünf⸗ zig Piſtolen zu verrathen! Doch geſteht, gnädigſter Herr, daß ich gut begonnen und dieſe fünfzig Piſtolen wohl verdient habe.“
„Es mag ſein,“ ſprach der Connetable,„doch ich frage Dich noch einmal, wodurch biſt Du ſo gut unter⸗ richtet?“
„Ah! verzeiht, das iſt mein Geheimniß, Ihr konnt es errathen, wenn Ihr wollt, doch ich muß es Euch noch verſchweigen. Uebrigens kann Euch nicht viel an meinen Mitteln liegen, für die ich allein verantwortlich bin, wenn Ihr nur Euern Zweck erreicht. Euer Zweck aber iſt es, über die Handlungen und Pläne, die Euch ſchaden könnten, unterrichtet zu ſein, und mir ſcheint, daß die Mittheilung von heute nicht ganz ohne Belang und Nutzen für Euch iſt, gnädigſter Herr.“
Allerdings, Schurke, doch Du mußt fortwährend dieſen verdammten Vicomte beſpähen.“
„Ich werde fortfahren, Monſeigneur, denn ich ge⸗ höre eben ſo ſehr Euch, als dem Laſter. Ihr gebt mir Piſtolen, ich gebe Euch Worte, und wir ſind Beide zu⸗ frieden. Oh! doch es kommt Jemand in dieſe Gallerie.
Eine Frau. Teufel, ich nehme von Euch Abſchied, Monſeigneur.“
„Wer iſt es denn?“ fragte der Connetable, der ein
kurzes Geſicht hatte.
„Eil Frau von Caſtro ſelbſt; ſie geht ohne Zweifel zum König, und es iſt wichtig, daß ſie mich nicht bei Euch ſieht, Monſeigneur, obgleich ſie mich in dieſer Kleidung nicht kennt. Sie naht, ich entweiche.“
Er eilte in der That auf der einen Seite weg, während Frau Diana von der andern kam.


