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Herr. Das Leben eines Gehenkten für ſich zu haben, iſt unſchätzbar. Ein Menſch, der am Galgen zu ſterben ſicher iſt, fürchtet nichts, nicht einmal den Galgen. Um anzufangen, habe ich mich zum Doppelgänger vom Stallmeiſter des Vicomte d'Ermeès gemacht. Ich ſagte Euch, daß ich Wunder vollbringe! Wißt Ihr nun, er⸗ rathet Ihr nun, wer der genannte Vicomte iſt?“
„Bei Gott! ein unbändiger Parteigänger der Guiſen.“
„Etwas Beſſeres. Der geliebte Liebhaber von Frau von Caſtro.“
„Was ſagſt Du da, Schurke? Und woher weißt Du das?“
„Ich bin der Vertraute des Vicomte, wie ich Euch
ſchon bemerkt habe. Ich bin es, der meiſtens ſeine Bil⸗
lets der Schönen überbringt, und ihre Anwort entge⸗ gennimmt. Ich ſtehe auf's Beſte mit der Zofe der Dame, welche Zofe nur darüber ſtaunt, daß ſie einen ſo ungleichen Liebhaber hat, einen Liebhaber, der an einem Tage unternehmend iſt wie ein Page, und am andern Tage ſchüchtern wie eine Nonne. Der Vicomte d'Ermés und Frau von Caſtro ſehen ſich dreimal in der Woche bei der Königin, und ſchreiben ſich jeden Tag. Ihr mögt mir jedoch glauben, wenn Ihr wollt, ihre Liebe iſt rein. Bei meinem Wort! ich würde mich für ſie intereſſiren, wenn ich mich nicht für mich intereſſirte. Sie lieben ſich wie die Cherubim, und zwar ſeit ihrer Kindheit, wie es ſcheint. Ich öffne von Zeit zu Zeit ein wenig ihre Briefe, und ſie rühren mich. Madame“ Diana iſt eiferſüchtig, rathet einmal auf wen, gnädig⸗ ſter Herr? Auf die Königin. Sie hat Unrecht, die Arme. Es iſt möglich, daß die Königin an den Vicomte d'Exmes denkt..
„Arnauld,“ unterbrach ihn der Connetable, ſeid ein Verleumder.“
„Euer Lächeln, Monſeigneur, ſtraft die üble Nach⸗
rede nicht Lügen,“ entgegnete Arnauld.„Ich ſagte alſo,


