*
1¹4
die abgelaufenen vierzehn Tage angewendet haben
ſollte?“
„Es iſt wahr, man hat lange nicht mehr von Dir ſprechen hören.“
„Weder unmittelbar noch mittelbar, gnädigſter Herr,“ verſetzte Arnauld ſtolz;„Ihr macht mir zum Vorwurf, ich ſei zu oft in den Meldungen der Runden
der Nachtwachen und der Polizei aufgeführt, doch mir
ſcheint, ich habe ſeit zwei Wochen vernünftig und ge⸗ räuſchlos gearbeitet.“
„Das iſt abermals wahr,“ ſprach der Connetable, „ich ſtaunte, daß ich nicht in das Mittel treten mußte, um Dich Verlegenheiten zu entreißen, Schurke, der Du trinkſt, wenn Du nicht ſpielſt, und der Unzucht fröhnſt, wenn Du Dich nicht ſchlägſt.“
„Und der lärmende Held der letzten vierzehn Tage war nicht ich, ſondern ein gewiſſer Stallmeiſter des neuen Kapitäns der Leibwachen, des Vicomte d Ermes, ein Menſch Namens Martin⸗Guerre.“
„In der That, ich erinnere mich deſſen, Martin⸗ Guerre hat die Stelle von Arnauld du Thill auf der Meldung eingenommen, die ich jeden Abend durchſehen muß.“
„Martin⸗Guerre.“
„Wer hat in Folge eines Streites im Spiel, we⸗ gen Würfeln, die man als falſch erkannt, dem ſchönſten Gendarmen des Königs von Frankreich einen Degen⸗ ſtich gegeben?“
„Ja, abermals Martin⸗Guerre.“
„Wer iſt geſtern ertappt worden, als er die Frau von Meiſter Gorju, dem Kleinſchmied, zu verführen ſuchte?“
„Immer dieſer Martin-Guerre!“ ſagte der Con⸗ netable,„ein ganz henkenswerther Burſche! Und ſein Herr, der Vicomte d'Ermes, welchen zu üherwachen ich
„Wer zum Beiſpiel wurde eines Abends völlig be⸗ trunken von der Nachtwache aufgehoben?“ fragte Arnauld. 6 7
————„—— 2


