Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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XII. Ein doppelter Schelm.

Der Connetable verließ den König ſorgenvoll. Mei⸗ ſter Arnauld du Thill fand ſich auf ſeinem Wege und rief ihm mit leiſer Stimme.

Dies geſchah in der großen Gallerie des Louvre.

„Was gibt es denn?“ ſagte der Connetable;„ah! Ihr ſeid es, Arnauld? Was wollt Ihr von mir? Ich bin heute nicht in der Laune, Euch anzuhören.“

„Ja, ich begreife,“ verſetzte Arnauld,„der gnä⸗ digſte Herr iſt ärgerlich über die Wendung, welche der Plan einer Heirath zwiſchen Madame Diana und Mon⸗ ſeigneur Franz nimmt.“

„Woher weißt Du das, Burſche? Aber was liegt mir daran, daß man es weiß, der Wind iſt auf Regen und für die Guiſe, das iſt ſicher.“

„Doch der Wind wird morgen auf ſchön Wetter und für die Montmorench ſein,“ ſprach der Spion, „und wenn ſich heute der König dieſer Heirath widerſetzte, ſo wäre der König morgen für dieſelbe. Nein, das neue Hinderniß, das Euch den Weg verſperrt, gnädigſter Herr, iſt wichtiger und kommt anderswoher.“

„Und woher kann ein Hinderniß kommen, das wich⸗ tiger wäre, als die Ungnade oder nur die Kälte des Königs?“

„Von Frau von Angouléme zum Beiſpiel,“ antwor⸗ tete Arnauld.

„Du haſt etwas auf jener Seite gerochen, mein

feiner Spürhund?“ ſprach der Connetable, indem er

ſich ihm offenbar begierig näherte. „Was dachte denn der gnädigſte Herr, wozu ich Die beiden Dianen 1. 8