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Herr wird geliebt, ſonſt hätte er geſeufzt und mich nicht geſchmäht, und der gnädige Herr iſt verliebt, ſonſt hätte er meinen neuen Mantel und meine neuen Strumpf⸗ hoſen bemerkt.“
„Was ſprichſt Du da von Strumpfhoſen und Man⸗ tel 2 In der That, Du hatteſt dieſen Rock heute Mit⸗ tag noch nicht.“
„Nein, gnädiger Herr, ich habe ihn dieſen Abend gekauft, um meinem Gebieter und ſeiner Geliebten Ehre zu machen, und ich habe ihn baar bezahlt, denn meine Frau Bertrande hat mich an Ordnung und Sparſamkeit, wie an Mäßigkeit und Keuſchheit und alle Arten von Tugenden gewöhnt. Ich muß ihr dieſe Gerechtigkeit widerfahren laſſen, und wenn ich ſie hätte an die Sanftmuth gewöhnen können, ſo wären wir das glücklichſte Paar geweſen.“
„Es iſt gut, Schwätzer, man wird Dir Deine Auslagen wiedererſtatten, da Du Dich meinetwegen in Koſten verſetzt haſt.“
„Oh! gnädiger Herr, welche Großmuth! doch wenn der gnädige Herr mir ſein Geheimniß verſchweigen
will, ſo gebe er mir nicht dieſen neuen Beweis, daß
er geliebt wird, wie er verliebt iſt. Man leert ſeine Börſe nur ſo gern, wenn das Herz voll iſt. Uebrigens kennt der Herr Vicomte Martin⸗Guerre und weiß, daß man ſich ihm anvertrauen kann. Treu und ſtumm wie das Schwert, das er trägt!“
„Es mag ſein, doch nun genug, Meiſter Martin.“
„Ich laſſe den gnädigen Herrn träumen.“
Gabriel träumte in der That dergeſtalt, daß er, nach Hauſe zurückgekehrt, das Bedürfniß fühlte, ſeine Träume zu ergießen, weshalb er ſchon am Abend an Aloyſe ſchrieb.
„Meine gute Aloyſe, Diana liebt mich! doch nein, dies iſt es nicht, was ich Dir zuerſt ſagen muß. Meine gute Aloyſe, komm zu mir; ſeit ſechs Jahren von Dir


