Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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ſeinen Bruder Eure bevorſtehende Heirath mit Franz von Montmorency. Es war nichts Gutes mehr jenſeits der Alpen zu thun. Herr von Guiſe geſtand es ſelbſt zu, und ſeine Güte erlaubte mir, nach Frankreich, unter⸗ ſtützt von ſeiner mächtigen Empfehlung, zurückzukehren und dem König die eroberten Fahnen zu überbringen. Doch mein einziges Streben, Diana, war, Euch zu ſehen, Euch zu ſprechen, von Euch zu erfahren, ob Ihr willig dieſe neue Heirath einginget, und nachdem ich Euch, wie ich es gethan, meine ſechsjährigen Kämpfe und Beſtrebungen erzählt, Euch zu fragen, was ich Euch nun frage. Diana, ſprecht, liebt Ihr mich, wie ich Euch liebe?“

„Freund,“ erwiederte Frau von Caſtro mit ſanf⸗ tem Tone,„ich werde Euch ebenfalls mit meinem Le⸗ ben antworten. Als ich, ein Kind von zwölf Jahren, an dieſen Hof kam, erfaßte mich nach den erſten Augen⸗ blicken, welche das Erſtaunen und die Neugierde aus⸗ füllten, die Langeweile, die goldenen Feſſeln dieſes Daſeins drückten mich und ich beklagte bitterlich die Trennung von unſeren Wäldern und unſeren Ebenen in Vimoutiers und Montgommery, Gabriel! Jeden Abend entſchlummerte ich weinend. Der König, mein Vater, war doch gut gegen mich, und ich ſuchte ſeine Zunei⸗ gung durch meine Liebe zu erwiedern. Aber wo war meine Freiheit? wo warAloyſe? wo waret Ihr, Gabriel? Ich ſah den König nicht jeden Tag. Frau von Valen⸗ tinvis war kalt und gezwungen gegen mich und ſchien mich beinahe zu vermeiden, während es für mich, Gabriel, wie Ihr Euch erinnert, Bedürfniß iſt, geliebt zu werden!“

„Arme, theure Diana!“ ſagte Gabriel bewegt.

„Indeß Ihr kämpftet, ſchmachtete ich alſo,“ fuhr Diana fort.„Der Mann handelt und die Frau wartet, das iſt Beider Loos. Doch es iſt zuweilen viel härter,

zu warten, als zu handeln. Schon im erſten Jahre meiner Einſamkeit machte mich der Tod des Herzogs