Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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„Stille! ſeht Ihr nicht, daß der Akt endigt?“ ſprach das boshafte Kind.„Wartet wenigſtens, bis das Stück wieder anfängt.“

Der Zwiſchenakt dauerte zehn Minuten, zehn Jahr⸗ hunderte! Zum Glückwar Catharina durch Maria Stuart beſchäftigt und rief Gabriel nicht. Er wäre im Stande geweſen, nicht zu gehen, und das hätte ihn in's Ver⸗ derben geſtürzt.

Als die Komödie unter ſchallendem Gelächter und Beifallsgeklatſche wiederbegann, fragte Gabriel:

„Nun?“

„Was denn,“ verſetzte Diana, eine Zerſtreuung heuchelnd, welche ihrem Herzen ſehr fern war⸗„Ah! Ihr fragtet mich, glaube ich, ob ich Euch liebe. Habe ich Euch denn nicht ſo eben geantwortet: ich liebe Euch, wie Ihr mich liebt.“

„Ah!“ rief Gabriel,„wißt Ihr auch Diana, was Ihr ſagt? Wißt Ihr, wie weit meine Liebe geht, der Ihr die Eurige gleich nennt?“

„Wenn ich es wiſſen ſoll,“ ſprach die kleine Heuch⸗ lerin,„ſo müßt Ihr es mich wenigſtens lehren.“

„So hört mich denn, Diana, und Ihr werdet ſehen, vaß in den ſechs Jahren, ſeitdem ich Euch verlaſſen habe, alle Stunden und alle Handlungen meines Le⸗ bens dahin ſtrebten, daß ich mich Euch nähern konnte. Erſt als ich einen Monat nach Eurer Abreiſe von Vimou⸗ tiers nach Paris kam, erfuhr ich, wer Ihr waret: die Tochter des Königs und von Frau von Valentinvis. Doch es war nicht Euer Titel als Tochter von Frank⸗ reich, was mich erſchreckte, ſondern Euer Titel als Frau des Herzogs von Caſtro, und dennoch ſagte mir etwas:„Gleichviel! nähere Dich ihr, erwirb Dir Ruf, damit ſie eines Tags wenigſtens Deinen Namen ausſprechen hört und Dich bewundert, wie Andere Dich fürchten werden.““ Dies dachte ich, Diana, und ich übergab mich dem Herzog von Guiſe, der mir am

Die beiden Dianen. 1. 7