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7. Gelehrter, damit ich im Falle der Noth meine Zuflucht zu Eurer Erleuchtung nehmen kann.“
Frau von Caſtro hatte ihren Platz am Ende einer Reihe gewählt, ſo daß nach ihr nur noch der Gang fam! Nachdem ſich Gabriel vor der Königin verbeugt hatte, nahm er beſcheiden ein Tabouret und ſetzte ſich in dieſen Gang neben Diana, um Niemand zu ſtören.
Die Komödie begann.
Es war, wie Gabriel zu der Königin geſagt hatte, eine Nachahmung des Eunuchen von Terenz, com⸗ ponirt in achtſylbigen Verſen und mit der ganzen pe⸗ dantiſchen Naivetät jener Zeit wiedergegeben. Wir ent⸗ halten uns jeder Auseinanderſetzung des Stückes. Dies wäre übrigens ein Anachronismus, denn die Kritik und die Rechenſchaftsberichte waren in jener barbariſchen Epoche noch nicht erfunden. Es genüge uns, daran zu erinnern, daß die Hauptperſon des Stückes ein fal⸗ ſcher Braver, ein prahleriſcher Soldat iſt, der ſich von einem Schmarotzer bethören und übel zurichten läßt.
Schon am Anfang des Stückes ſahen die zahlrei⸗ chen Parteigänger der Guiſen, welche im Saal ſaßen, in dem lächerlichen Großſprecher den Connetable von Montmorench, und die Parteigänger von Montmo⸗ rench wollten in den Rodomontaden des prahleriſchen Soldaten die ehrgeizigen Beſtrebungen des Herzogs von Guiſe erkennen. Von da an wurde jede Scene eine Satyre und jeder Witz eine Anſpielung. Man lachte hei beiden Parteien aus vollem Hals; man bezeichnete ſich gegenſeitig mit dem Finger, und wahrlich, die Komö⸗ die, welche im Saal geſpielt wurde, war nicht weniger beluſtigend, als dieſenige, welche die Schauſpieler auf den Brettern darſtellten.
Unſere Verliebten benützten den Antheil, den an der Vorſtellung die zwei rivalen Lager des Hofes nah⸗ men, um harmoniſch ihre Liebe mitten unter dem Ge⸗
ziſche und Gelächter reden zu laſſen. Sie ſprachen


