Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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„Herr d'Ermès,“ ſagte ſie zu ihm,„warum hat

man Euch nicht bei dem heutigen Turnier geſehen?“

„Madame,“ antwortete Gabriel,„die Pflichten des Amtes, mit welchem mich zu betrauen Seine Majeſtät mir die Ehre erwieſen, haben mich abgehalten.“

„Das iſt Schade,“ verſetzte Catharina mit einem reizenden Lächeln,„denn Ihr ſeid ſicherlich einer unſe⸗ rer kühnſten und gewandteſten Cavaliere. Ihr habt geſtern den König wanken gemacht, was ein ſeltener Streich iſt, und es würde mir Vergnügen gewährt ha⸗ ben, abermals Zeuge Eures Heldenmuthes zu ſein.“

Gabriel verbeugte ſich ganz verlegen über dieſe Complimente, auf die er nichts zu erwiedern wußte.

„Kennt Ihr das Stück, das man uns geben wird?“ fuhr Catharing fort, welche offenbar ſehr günſtig für den ſchönen, ſchüchternen jungen Mann geſtimmt war.

„Ich kenne es nur in lateiniſcher Sprache,“ ant⸗ wortete Gabriel,„denn es iſt, wie man mir ſagt, eine einfache Nachahmung eines Stückes von Terentius.“

„Ich ſehe,“ ſprach die Königin,„daß Ihr eben ſo gelehrt, als muthig, ebenſo in den Wiſſenſchaften be⸗ wandert, als geſchickt in den Lanzenſtößen ſeid.“

Dies Alles wurde mit halber Stimme geſprochen, und war von Blicken begleitet, welche man nicht gerade grauſam nennen konnte. Sicherlich war das Herz von Catharina für den Angenblick leer. Doch ſcheu wie der Hyppolit des Euripides, nahm Gabriel dieſe Zuvorkom⸗ menheiten der Italienerin nur mit einer gezwungenen Miene und mit gefalteter Stirne auf. Der Undank⸗ bare! er ſollte doch dieſem Wohlwollen, über das er Anfangs pfui machte, nicht nur den Platz, nach dem er ſeit ſo langer Zeit bei Diana ſtrebte, ſondern auch,das reizende Schmollen, worin ſich die Liebe einer Eifer⸗ ſüchtigen verrathen konnte, zu verdanken haben.

Als der Prolog herkömmlicher Weiſe die Zuhörer

um Nachſicht erſuchte, ſagte Catharina zu Gabriel:

„Setzt Euch hinter mich, unter dieſe Damen, Hert 5