Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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X. Elegie während der Romödie.

Es war ein Herkommen aus der Zeit der Regie⸗

rung von Franz I. Wenigſtens dreimal in der Woche

verſammelten ſich der König, die Herren und alle Da⸗ men des Hofes am Abend im Gemach der Königin. Hier unterhielt man ſich über die Ereigniſſe des Tages mit aller Freiheit, zuweilen auch mit aller Ausſchwei⸗ fung. Während des allgemeinen Geſpräches bildeten ſich Privatunterredungen und,„da ſich hier eine Truppe menſchlicher Göttinnen fand,“ ſagt Brantome,„ſo un⸗ terhielt jeder der hohen Herren und jeder Edelmann diejenige, welche er am meiſten liebte.“ Oft gab es auch Ball oder Schauſpiel.

Bei einer Verſammlung dieſer Art ſollte an dem⸗ ſelben Abend ſich unſer Freund Gabriel einſinden, und gegen ſeine Gewohnheit putzte und parfumirte er ſich, um nicht zu unvortheilhaft in den Augen derjenigen zu erſcheinen, welche er, um immer mit Brantome zu ſprechen, am meiſten liebte.

Die Frende von Gabriel war indeſſen nicht frei von einer Miſchung von Unruhe, und gewiſſe unbe⸗ ſtimmte, übelklingende Worte, die man um ihn her über die nahe bevorſtehende Heirath von Diana geflüſtert hatte, verſetzten ihn in eine nicht zu beſchwichtigende innere Bewegung. Ganz dem Glücke ſich hingebend⸗ das er empfunden, als er Diana wiederſah und in ih⸗

ren Blicken die Zärtlichkeit einer früheren Zeit wieder⸗

zufinden glaubte, hatte er Anfangs beinahe den Brief des Cardinals von Lothringen vergeſſen, der ihn doch zu einem ſo ſchnellen Aufbruch veranlaßt; doch die in der Luft kreiſenden Gerüchte, die vereinigten Namen von

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