Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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„Frau von Valentinois die Naſe abſchneiden,“ ant⸗ wortete Tavannes kalt und ernſt. 8

Er ſchickte ſich an, wegzugehen. Doch Catharina hielt ihn halb erſchrocken, halb erfreut zurück.

„Gaſpard, bedenkt, Ihr werdet gehängt.“

bedenke, doch ich rette den König und Frank⸗ reich.“

„Ich danke Gaſpard, verſetzte Catharina,„Ihr ſeid ein muthiger Freund und ein kühner Soldat. Doch iifeh Euch, zu bleiben, Gaſpard, haben wir Ge⸗ duld.“

Geduld! Das war in der That das Loſungswort, das Catharina von Medicis bis jetzt ihrem Leben ohne Zweifel gegeben hatte. Diejenige, welche ſich ſpäter ſo gern in die erſte Reihe ſtellte, trachtete in jener Zeit, wie es ſchien, nie darnach, aus dem Schatten der zweiten hervorzutreten. Sie wartete. Und doch erfreute ſie ſich damals der Allmacht einer Schönheit, über welche uns Herr von Bourdeille die vertrauteſten Mitheilungen zurückgelaſſen hat; aber ſie vermied es vor Allem, in das Licht zu treten, und dieſer Beſchei⸗ denheit hatte ſie ohne Zweifel das völlige Stillſchweigen zu danken, das die üble Nachrede über ſie zu Lebzeiten ihres Gemahls beobachtete. Nur der brutale Conne⸗ table war keck genug, gegen den König zu bemerken, die zehn Kinder, welche Catharina Frankreich nach einer zehnjährigen Unfruchtbarkeit gegeben, glichen ſehr wenig ihrem Vater. Niemand außer ihm hätte die Vermeſſenheit gehabt, ein Wort gegen die Königin zu hauchen.

Es iſt eine Thatſache, daß Catharina an dieſem Tage wie gewöhnlich die Aufmerkſamkeiten, mit denen der König Diana von Poitiers, im Angeſicht des gan⸗

en Hofes, umgab, nicht einmal zu bemerken ſchien. achdem ſie die auffallende Entrüſtung des Marſchalls beſchwichtigt hatte, unterhielt ſie ſich mit ihren Damen über die ſtattgefundenen Spiele und über die Gewandt⸗

heit, welche Heinrich dabei entwickelte..