Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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ten bei dieſem raſchen Lauf den Ring mit der Lanzen⸗ ſpitze ausheben. Doch das Holz durfte vor Allem den Körper nicht berühren, man mußte es wagrecht, und den Ellenbogen hoch über dem Kopf halten. Dann durchritt man die Arena vollends im Trab. Der Preis war ein von der Königin gebotener Ring mit Dia⸗ manten.

Heinrich II. war auf ſeinem mit Gold und Sam⸗ met geſchmückten Schimmel der zierlichſte und ge⸗ wandteſte Cavalier, den man ſehen konnte. Er hielt und handhabte ſeine Lanze mit ſeltener Anmuth und bewunderungswürdiger Sicherheit, und verfehlte ſelten den Ring. Doch Herr von Vieilleville wetteiferte mit ihm, und es gab einen Augenblick, wo man glaubte, der Sieg würde dieſem gehören. Er hatte zwei Ringe mehr als der König, und es blieben nur noch drei auszuheben. Doch Herr von Vielleville, als ein gut⸗ gelehrter Hofmann, verfehlte ſie alle drei durch ein wunderbares Mißgeſchick, und es war der König, der den Preis erhielt.

Als er den Ring in Empfang nahm, zögerte er einen Augenblick, und ſein Blick richtete ſich mit Be⸗ dauern auf Diana von Poitiers: doch die Gabe wurde von der Königin geboten, und er mußte ſie der neuen Dauphine, Maria Stuart, der Gefeierten des Tages, überreichen.

„Nun!“ fragte er im Zwiſchenakt,„hat man Hoff⸗ nung, Herrn von Avallon zu retten?“

„Sire, er athmet noch,“ antwortete man;„doch es iſt wenig Hoffnung vorhanden, ihn dem Tod zu ent⸗ reißen.“

„Ach!“ machte der König.„Gehen wir alſo zu dem Gladiatorenſpiel über.“

Dieſes Gladiatorenſpiel war ein Scheingefecht mit Angriffen und Evolutionen, ſehr neu und ſehr ſelten in jener Zeit, das jedoch ohne Zweifel keinen auffallen⸗ den Eindruck auf die Einbildungskraft des Zuſchauers