Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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„Burſche! hier ſind hundert Dukaten. Man muß bei Dir immer Geld in der Hand haben.“

„Ich gebe ſo viel für den Dienſt des gnädigſten Herrn aus.“

„Deine Laſter koſten Dich mehr als mein Dienſt, Hallunke.“

„O wie ſehr täuſcht ſich der gnädigſte Herr über mich. Es wäre mein einziger Traum, ruhig und glück⸗ lich und reich in irgend einer Provinz, umgeben von meiner Frau und meinen Kindern, zu leben und hier im Frieden als ein ehrlicher Familienvater meine Tage hinzubringen.“*

„Das klingt in der That ganz tugendhaft und ländlich. Nun, ſo beſſere Dich, lege einige Dublonen bei Seite, heirathe, und Du kannſt Deine Pläne häuslichen Glückes verwirklichen. Was hindert Dich daran?“

„Ah! gnädigſter Herr, das Ungeſtüm; welche Frau würde mich wollen?“

„In Erwartung Deiner Hochzeitfeier, Meiſter Ar⸗ nauld, verſiegle wieder auf das Pünktlichſte dieſen Brief und trage ihn zu dem Cardinal; Du wirſt Dich verkleiden, hörſt Du wohl, und dort ſagen, Du ſeiſt von Deinem ſterbenden Kameraden beauftragt worden.“

„Der gnädigſte Herr kann ſich auf mich verlaſſen. Der wiedergeſchloſſene Brief und der erſetzte Eilbote werden wahrſcheinlicher ſein, als die Wahrheit ſelbſt.“

„Ahl! Gottes Tod!“ rief Montmorench,„wir haben vergeſſen, den Namen des von Guiſe angekün⸗ digten Geſandten aufzufaſſen. Wie heißt er doch?“

„Der Vicomte d'Ermés, Monſeigneur.“

„Ja, ſo iſt es, Schurke. Nun, ſo behalte dieſen Namen, He da! wer kommt, wer ſtört mich wieder?“

„Der gnädigſte Herr wolle mir verzeihen,“ ſprach eintretend der Fourrier des Connetable.„Ein ſo eben aus Itallien ankommender Edelmann wünſcht den König im Auftrag des Herzogs von Guiſe zu ſehen, und ich