würdigen könnte, und obwohl er, wie ich vermuthe, zweifelhaften Urſprungs iſt..
„Iſt nicht auch ein Balken in meinem Wappenſchild, Eure Majeſtät?“
„Ihr habt wenigſtens ein Wappenſchild, Madame, und die Montmorench wie die Caſtro ſchätzen es ſich zur Ehre, in ihre Häuſer eine legitimirte Tochter des meinigen einzuführen, deſſen wollt Euch erinnern. Euer
Gabriel im Gegentheil. Doch hievon iſt nicht die
Rede. Was mich beſorgt macht, iſt der Umſtand, daß er ſeit ſechs Jahren nicht wieder erſchienen iſt, daß er Euch vergeſſen hat, daß er vielleicht eine Andere liebt.“
„Sire, Ihr kennt Gabriel nicht, er iſt ein wildes und treues Herz, das in der Liebe für mich erlöſchen wird.“
„Gut, Diana. Bei Euch iſt die Untreue allerdings
nicht wahrſcheinlich, und Ihr habt Recht, ſie zu leug⸗ nen. Doch Alles führt Euch zum Glauben, daß dieſer junge Mann in den Krieg gezogen. Iſt es nun nicht wahrſcheinlich, daß er umgekommen? Ich betrübe Dich, mein Kind, Deine Stirne iſt erbleicht und Deine Au⸗ gen haben ſich mit Thränen befeuchtet. Ja, ich ſehe es, es iſt in Dir ein tiefes Gefühl, und obgleich ich kaum Gelegenheit gehabt habe, ein ähnliches zu treffen, obgleich man mich daran gewöhnt hat, an allen dieſen großen Leidenſchaften zu zweifeln, lächle ich doch nicht über die Deinige, und will ſie ehren. Doch bedenke, meine Holde, in welche Verlegenheit ich wegen einer Kinderliebe, wegen eines Gegenſtandes, der nicht mehr vorhanden iſt, wegen einer Erinnerung, wegen eines Schattens, durch Deine Weigerung gerathen werde. Nehme ich beleidigender Weiſe mein Wort zurück, ſo
wird ſich der Connetable mit Recht ärgern, meine Toch⸗ ter, und ſich vielleicht aus dem Dienſt zurückziehenz und dann bin ich nicht mehr König, der Herzog von Guiſe iſt es... Schau', Diana, von ſechs Brüdern dieſes
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