Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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„Sire, ich will Euch Alles ſagen. Es iſt eine Liebe aus der Kindheit. Ich ſah Gabriel alle Tage. Er war ſo gefällig, ſo brav, ſo ſchön, ſo gelehrt, ſo zärtlich! er nannte mich ſeine kleine Frau. Ah! Sire, lacht nicht, ee war eine ernſte, fromme Zuneigung, die erſte, die ſich in mein Herz eingegraben hat; andere mögen hinzukommen, doch keine wird ſie vertilgen. Und den⸗ noch habe ich mich an den Herzog Farneſe verheirathen laſſen, Sire, doch ich wußte nicht, was ich that, man zwang mich, und ich gehorchte wie ein kleines Mäd⸗ chen. Seitdem habe ich geſehen, habe ich gelebt, ich habe begriffen, welches Verrathes ich mich gegen Ga⸗ briel ſchuldig gemacht! Armer Gabriel! als er mich verließ, weinte er nicht, doch welch ein Schmerz in ſeinem tiefen Blick! Alles dies kehrte mit den golde⸗ nen Erinnerungen meiner Kindheit während der einſa⸗ men Jahre, die ich im Kloſter zubrachte. zu mir zurück. So habe ich zweimal die in der Nähe von Gabriel verlaufenen Tage durchlebt: in der That und im Geiſt, in der Wirklichkeit und im Traum. Und hierher an den Hof zurückgekehrt, Sire, unter dieſen vollendeten Edelleu⸗ ten, welche gleichſam eine zweite Krone für Euch bilden, habe ich nicht Einen geſehen, der mit Gabriel in die Schranken zu treten vermöchte, und Franz, der unter⸗ würfige Sohn des hochmüthigen Connetable, wird mich nie den ſanften und ſtolzen Gefährten meiner Kindheit vergeſſen laſſen. Nun, da ich meine Handlungen und ihr Gewicht begreife, mein Vater, werde ich auch, ſo lange Ihr mir die Freiheit gönnt, Gabriel treu bleiben.“

„Haſt Du ihn denn, ſeitdem Du Vimoutiers ver⸗ laſſen, wiedergeſehen, Diana?“

ch! nein, mein Vater.“*

„Doch Du haſt wenigſtens Nachricht von ihm?“

„Eben ſo wenig. Ich habe nur durch Enguerrand erfahren, daß er nach meiner Abreiſe jene Gegend ver⸗ laſſen; zu Aloyſe, ſeiner Amme, hatte er geſagt, ſie würde ihn nur ruhmgekrönt und gefürchtet wiederſehen,

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