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Sohn die Hand der Tochter des Königs und der Fa⸗ voritin nachgeſucht und erhalten hatte.
Während dieſes Monats, den ſie am Hofe zu⸗ brachte, wußte ſich Diana die Ehrfurcht und die Be⸗ wunderung Aller zu erwerben:„Denn,“ ſagt Brantome im Buch der berühmten Damen,„denn ſie war ſehr gut, und bereitete Niemand ein Mißvergnügen, ſie hatte ein großes und erhabenes Herz und eine edle, weiſe, tugend⸗ hafte Seele.“ Doch dieſe Tugend, die ſich ſo rein und liebenswürdig mitten aus der allgemeinen Verdorben⸗ heit der Zeit hervorhob, war durchaus nicht mit Strenge
und Härte gemiſcht. Als eines Tags ein Mann vor
Diana ſagte, eine Tochter von Frankreich müſſe muthig ſein, und ihre Schüchternheit habe zu ſehr den Ge⸗ ſchmack einer Nonne, da lernte ſie in wenigen Tagen reiten, und es gab bald keinen Cavalier, der ihr an Kühnheit und Zierlichkeit gleichtam. Sie begleitete von nun an den König auf die Jagd, und Heinrich ließ ſich immer mehr von dieſer Freundlichkeit einnehmen, welche ohne ein abſichtliches Beſtreben die geringſte Gelegenheit ſuchte, um ihm zuvorzukommen und zu ge⸗ fallen. Diana hatte auch das Vorrecht, zu jeder Stunde bei ihrem Vater einzutreten, und ſie war ſtets willkommen. Ihre rührende Anmuth, ihr keuſches We⸗ ſen, der Duft der Jungfräulichkeit und Unſchuld, den man um ſie her einathmete, Alles bis auf ihr ein wenig trauriges Lächeln, machte aus ihr vielleicht die herrlichſte und reizendſte Erſcheinung dieſes Hofes, der doch aus ſo vielen blendenden Schönheiten beſtand. „Nun!“ ſagte Heinrich,„ich höre Euch, mein Lieb⸗ ling. Es ſchlägt eben eilf Uhr. Die ochzeitsceremonie in Saint⸗Germain'Auxerrvis findet erſt um Mittag ſtalt. Ich habe Euch alſo eine ganze halbe Stunde zu
geben warum bleibt mir nicht mehr? Die Au⸗
enblicke, die ich bei Euch zubringe, ſind die guten meines Lebens.“* „Sire, wie nachſichtig und väterlich ſeid Ihr.“


