Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

*

d l⸗ e

55⁵

ihres Kopfputzes zurecht zu richten, und ihrer friſchen Toilette jene letzte Vollendung zu geben, welche nur die Frauen allein zu geben wiſſen; am andern Ende des Zimmers drückten die Brüder Carl, Heinrich, und der jüngſte, Franz, ſchreiend und in die Wette lachend, aus Leibeskräften an eine Thüre, welche vergebens der Dauphin Franz, der junge Bräutigam, dem die Schelme bis zur letzten Minute den Anblick ſeiner Frau ver⸗ weigern wollten, aufzuſtoßen ſuchte.

Jacques Amyot, der Hofmeiſter der Prinzen, ſprach in einer Ecke ernſt mit Frau von Coni und Lady Lennox, den Gouvernanten der Prinzeſſin.

Es waren auch in dem Raume, der mit einem Blicke die ganze Geſchichte der Zukunft umfaſſen läßt, viel Unglück, viele Leidenſchaften, viel Ruhm vereinigt. Der Dauphin, der ſich Franz I. nannte, Eliſabeth, welche Philipp II. heirathete und Königin von Spanien wurde, Carl, der Carl IX. wurde, Heinrich, der Heinrich III. wurde, Margarethe von Valvis, welche Königin und Frau von Heinrich W. wurde, Franz⸗ der Herzog von Alengon, von Anjou und von Brabant wurde, und Maria Stuart, welche zweimal Königin war und als Märtyrin ſtarb.

Der berühmte Ueberſetzer des Plutarch verfolgte mit einem ſchwermüthigen und zugleich tiefen Auge die Spiele dieſer Kinder und die zukünftigen Geſchicke von Frankreich.

„Nein, nein, Franz darf nicht herein,“ rief mit einer gewiſſen Heftigkeit der wilde Carl Marimilian, der ſpäter den Befehl zur Bartholomän

Und unterſtützt von ſeinen B

ihm, den Riegel vorzuſchieben und dem armen Dau⸗

phin Franz den Eintritt völlig unmöglich zu machen; zu ſchwach, den Sieg auch nur über drei Kinder da⸗ von zu tragen, konnte dieſer nichts thun, als ſtampfen und von außen flehen.