zu gehören? Und überdies iſt der Graf von Mont⸗ gommery ſeit langer Zeit todt.“
„Ja, todt!“ ſprach der König mit dumpfem Tone.
„Trüben wir nicht durch ſolche Erinnerungen einen Tag, der ein Feſttag ſein ſoll,“ verſetzte Diana.„Sprecht, habt Ihr Franz und Marie ſchon geſehen? Sind ſie immer noch ſo verliebt, dieſe Kinder? Ihre große Un⸗ geduld wird nun bald geſtillt ſein. In zwei Stunden ge⸗ hören ſie einander, ſie werden ſich ſehr freudig, ſehr glück⸗ lich fühlen; doch nicht ſo freudig, als die Guiſen, deren Wünſche durch dieſe Verbindung erfüllt werden.“
„Ja, doch wer iſt wüthend?“ verſetzte der König; „mein alter Montmoreney; und der Connetable hat um ſo mehr Recht, wüthend zu ſein, als unſere Diana, wie ich befürchte, ſeinem Sohne nicht zufallen wird.“
„Aber, Sire, verſpracht Ihr ihm nicht dieſe Hei⸗ rath als Entſchädigung?“
„Sicherlich, doch es ſcheint, Frau von Caſtro hat einen Widerwillen
„Ein Kind von achtzehn Jahren, das kaum erſt aus dem Kloſter kommt! Welchen Widerwillen kann ſie haben?“ 2 „Um es mir anzuvertrauen, ſoll ſie mich zu dieſer Stunde in meinen Gemächern erwarten.“
„Geht zu ihr, Sire; ich will mich ſchön machen, um Euch zu gefallen.“
„Und nach der Feierlichkeit ſehe ich Euch wießer beim Carrouſel; ich werde auch heute zu Eurer Ehre Lanzen brechen, und will Euch zur Königin des Tur⸗ nieres machen.“
„Zur Königin, und die Andere?“
„Es gibt nur Eine, Diana, Du weißt es wohl. Auf Wiederſehen.“
„Auf Wiederſehen, Sire; vor Allem aber keine
unkluge Verwegenheit bei dieſem Tournier, Ihr macht
mir zuweilen bange.“
„Es iſt keine Gefahr dabei; ach! ich wollte es


