Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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Eurem Namen Ronſard, dem Fürſten der Dichter, ver⸗ ſprochen? Ja, nicht wahr? Ich habe alſo von Euch nur noch die erledigte Abtei Recouls für Euren Biblio⸗ thekar Mellin von Saint⸗Gelais, unſern franzöſiſchen Ovid, zu verlangen.“

„Ovid ſoll Abt werden, mein edler Mären,“ ſagte der König

„Ach! wie glücklich ſeid Ihr, Sire, daß Ihr nach Eurem Wohlgefallen über ſo viele Pfründen und Stel⸗ len verfügen könnt! Wenn ich Eure Macht nur eine Stunde lang hätte!“

„Haſt Du ſie nicht immer, Undankbare?“

„Wahrhaftig, mein König? Doch nun habe ich ſeit wenigſtens zwei Minuten keinen Kuß mehr von Euch bekommen! ſo iſt es gut!.. ſagtet Ihr nicht, Eure Macht gehöre ſtets mir? Verſucht mich nicht, Sire! ich ſage Euch zum Voraus, ich würde ſie benützen, um die große Schuld abzutragen, welche Phi⸗ libert Delorme unter dem Vorwande, mein Schloß Anet ſei beendigt, von mir fordert. Das wird die Ehre Furer Regierung ſein, Sire; doch, wie theuer das iſt. einen Kuß, Heinrich.“

„Und für dieſen Kuß, Diana, nimm für Deinen Philibert Delorme die Summen, welche der Verkauf des Gouvernement der Picardie eintragen wird.“

„Sire, verkaufe ich meine Küſſe? Ich ſchenke ſie Dir, Heinrich.. Das Gouvernement der Picardie iſt, glaube ich, zweimal hundert tauſend Livres werth? Oh! gut, dann kann ich das Collier von Perlen neh⸗ men, das man mir angeboten, und mit dem ich mich gar zu gern heute an dem Hochzeitsfeſte Eures vielge⸗ liebten Sohnes Franz geſchmückt hätte. Hundert tau⸗ ſend Livres für Philibert, hundert tauſend Livres für das Halsgeſchmeide, das Gouvernement der Pieardie wird drauf gehen.“

Die beiden Dianen. 1. n Dian— 4