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Sie war alſo würdig der Liebe zweier Könige, welche ſie hinter einander blendete. Denn wenn die Ge⸗ ſchichte der durch ihre ſchönen braunen Augen erlangten Begnadigung des Grafen von Saint-Vallier*) auch avokryphiſch iſt, ſo iſt doch bewieſen, daß Diana die Geliebte von Franz war, ehe ſie die von Heinrich wurde.
Man ſagt, berichtet le Laboureur, als König Franz, der zuerſt Diana von Poitiers geliebt hatte, ihr eines Tags nach dem Tode des Dauphin Franz, ſeines Soh⸗ nes, ſein Mißvergnügen über den geringen Grad von Lebhaftigkeit, den er in dem Prinzen Heinrich ſehe, aus⸗ drückte, habe ſie ihm geantwortet, der Prinz müſſe ſich verlieben, und ſie wolle ihn zu ihrem Liebhaber machen.
Was die Frau will, will Gott, und Diana war zweiundzwanzig Jahre lang die Geliebte und zwar die einzige Geliebte von Heinrich.
Doch nachdem wir den König und die Favoritin angeſchaut haben, iſt es wohl Zeit, ſie zu hören.
Heinrich hielt ein Pergament in der Hand und las laut nachfolgende Verſe, jevoch nicht ohne einige Unter⸗ brechungen, die wir hier nicht wiederholen können:
Lippe ſüß und rund, Kirſchenrother Mund,
Duftend wie die Roſen,
Wenn ſie Götter koſen,
Lieblich, wie das Veilchen blüht, Feurig, wie die Sonne glüht, Strahlend, wie auf grüner Au
Perlenglanz im Morgenthau;
Diana von Pvoitiers ſoll durch einen Fußfall bei Franz 1. die Begnadigung ih G von Saint Vallier, erlang urtheilt war, weil er di Bourhon begünſtigt hatt


