Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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IV. Die Geliebte eines Rönigs.

Wir ſind am 21. Mai in Paris im Louvre, in dem Zimmer der Frau Großſeneſchallin von Brézé, Herzo⸗ gin von Valentinois, gemeinhin Diana von Poitiers genannt. Es hat neun Uhr im Glockenthurme des Schloſſes geſchlagen. Ganz weiß gekleidet, in einem äußerſt zierlichen Negligé, neigt ſich halb oder liegt halb Frau Diana auf einem mit ſchwarzem Sammet be⸗ deckten Ruhebett. Schon angekleidet und geſchmückt mit

einem prachtvollen Coſtume, ſitzt Heinrich. auf einem

Stuhl an ihrer Seite.

Betrachten wir ein wenig die Ausſchmückung und die Perſonen.

Das Zimmer von Diana von Poitiers erglänzte von allem Lurus, womit der ſchöne Sonnenaufgang der Kunſt, den man die Renaiſſance nennt, das Gemach eines Königs ſchmücken konnte. Die Gemälde, mit dem Namen Primaticciv bezeichnet, ſtellten die verſchie⸗

denen Epiſoden einer Jagd vor, bei der Diana, die

Jägerin, die Göttin der Wälder und Forſten, natürlich die Hauptheldin war. Die Medaillons und die vergol⸗ deten und gefärbten Füllungen boten überall die ver⸗ miſchten Wappen von Franz I. und Heinrich II. So vermengten ſich in dem Herzen der ſchönen Diana die Erinnerungen an den Vater und an den Sohn. Die Embleme waren nicht minder geſchichtlich und bezeich⸗ nend, und an zwanzig Stellen machte ſich der Halbmond von Diana Phöbe zwiſchen dem Salamander des Sie⸗ gers von Marignan und dem Bellerophon ſichtbar, der

eine Chimäre niederſchlägt, ein Symbol, das Hein⸗ rich II. gewählt hatte, ſeitdem den Engländern Calais wieder abgenommen worden war. Dieſer unbeſtändige

Halbmond wechſelte übrigens in tauſend Formen und