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und gute Nacht, für die letzte, die Ihr bei mir zubringen werdet.“
„Ich werde morgen früh meine Briefe und Euern Segen holen, gnädigſter Herr. Ah! ich laſſe bei Euch meine Leute, die mir bei allen meinen Feldzügen gefolgt ſind, Ihr habt nicht zu viele Arme hier. Ich bitte Euch nur um Erlaubniß, nebſt zwei von ihnen meinen Stall⸗ meiſter Martin⸗Guerre mitnehmen zu dürfen; er wird mir genügen, denn er iſt mir ergeben und ein braver Soldat, der nur vor zwei Dingen Angſt hat, vor ſeiner Frau und vor ſeinem Schatten.“
„Wie ſo?“ fragte der Herzog lachend.
„Gnädigſter Herr, Martin⸗Guerre hat ſich auf ſei⸗ ner Reiſe nach Artigues bei Rieur geflüchtet, um ſeiner Frau Bertrande zu entgehen, die er anbetete, aber ſchlug. Schon vor Metz trat er in meinen Dienſt: doch der Teufel oder ſeine Frau erſcheint ihm, um ihn zu quälen oder um ihn zu beſtrafen, von Zeit zu Zeit unter der Form ſeines Soſie. Ja, plötzlich ſieht er an ſeiner Seite einen andern Martin⸗Guerre, ſein lebendiges Ebenbild, ihm ſo ähnlich wie ſein Wiederſchein im Spiegel, und das erſchreckt ihn; doch außerdem ſpottet er der Kugeln und würde eine Redoute allein nehmen. Bei Renty und bei Valenza hat er mir zweimal das Leben ge⸗
6 rettet.“
„Nehmt alſo dieſen muthigen Feigling mit, Ga⸗ briel, drückt mir noch einmal die Hand, mein Freund, und morgen bei Tagesanbruch ſeid bereit; meine Briefe werden Eurer harren.“
Am andern Tag war Gabriel wirklich frühzeitig bereit, er hatte die Nacht mit Träumen und ohne zu ſchlafen hingebracht. Nachdem er die letzten Inſtrue⸗ tionen eingeholt und vom Herzog von Guiſe Abſchied genommen, reiſte er am 26. April um 6 Uhr Morgens mit Martin⸗Guerre und zweien von ſeinen Leuten nach Rom und von da nach Paris ab.


