Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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abgereiſt, um ſie zu erlangen. Es liegt alſo Euch ob, mein lieber Bruder, ihm bei Seiner Heiligkeit zuvorzu⸗ kommen und es durch unſere Freunde, die Caraffa, und Euren Einfluß dahin zu bringen, daß man ſein Schei⸗ dungsgeſuch verwirft, welches indeſſen, wie ich Euch im Voraus bemerken muß, durch einen Brief des Königs unterſtützt wird. Doch die angegriffene Stellung iſt ſo ſehr Lebensfrage, daß Ihr alle Eure Kräfte aufbieten müßt, um ſie zu vertheidigen, wie Ihr es mit Saint⸗ Dizier und Metz gethan habt. Ich werde meinerſeits und zu gleicher Zeit mit aller Energie zu Werke gehen, denn das muß ſein. Und hienach bitte ich Gott, mein lieber Bruder, Euch ein gutes und langes Leben zu verleihen. Paris, den 12. April 1557. Euer gehorſamſter, unterthänigſter Diener G. Cardinal von Lothringen.““

„Gut! es iſt noch nichts verloren,“ ſprach der Herzog von Guiſe, als Gabriel den Brief des Cardinals beendigt hatte,„und der Papſt, der mir Soldaten ver⸗ weigert, kann mir wenigſtens eine Bulle zum Geſchenk machen.“

„Ihr hofft alſo,“ entgegnete Gabriel zitternd,„Ihr hofft, Seine Heiligkeit werde die Eheſcheidung von Jeanne von Fiennes nicht zugeben, und ſich der Heirath

von Franz von Montmorency widerſetzen?“

„Ja, ja, ich hoffe es; doch wie bewegt ſeid Ihr, mein Freund! Dieſer gute Gabriel! mit welcher Leiden⸗ ſchaft geht er in unſere Intereſſen ein. Ich bin Euch auch ganz und gar zugethan, Gabriel, deſſen könnt Ihr Euch verſichert halten. Sprechen wir ein wenig von Euch wie wäre es, da Ihr bei dieſer Erpedition, deren Ausgang ich nur zu gut vorherſehe, kaum, wie ich glaube, neue glänzende Thaten den un⸗ geheuren Dienſten beifügen könnt, für die ich gegen Euch verpflichtet bin, wie wäre es, wenn ich anfinge,