für uns. Franz von Montmorency iſt durch eine
Angouléme apanagirt. Noch befindet ſie ſich keine zwei Wochen hier, und ſchon iſt ihr Einfluß auf den Geiſt des Königs eine anerkannte Thatſache. Ihr reizendes Weſen und ihre Anmuth ſind ohne Zweifel die Urſachen dieſer ſo lebhaften Zuneigung. Die Sache iſt ſo weit gekommen, daß Frau von Valentinvis, welche es, ich weiß nicht warum, für paſſend erachtet hatte, ihr gine andere Mutter officiell zu geben, mir zu dieſer Stunde auf die ſich erhebende Macht eiferſüchtig zu ſein ſcheint. Die Angelegenheit ſtünde alſo gut für den Connetable, wenn er in ſein Haus dieſe mächtige Verbündete brin⸗ gen könnte. Ihr wißt, unter uns geſagt, daß Diana von Poitiers dieſem alten Unzüchter nicht viel zu ver⸗ weigern hat, und wenn unſer Bruder Aumale der Schwiegerſohn iſt, ſo ſteht Anne von Montmorency in noch viel näherer Verbindung mit ihr. Der König iſt andererſeits geneigt, das große Anſehen, das er uns in ſeinem Rathe und in dem Heere gewinnen ſieht, auszugleichen. Dieſe verdammte Heirath hat alſo ſehr viele Chancen des Vollzugs..“.
„Eure Stimme zittert abermals, Gabriel,“ unter⸗ brach der Herzog,„ruht aus, und laßt mich ſelbſt die⸗ ſen Brief vollenden, der mich im höchſten Grade inter⸗ eſſirt. Denn der Connetable würde in der That einen gefährlichen Vortheil vor uns erringen. Doch ich glaubte, ſein großer Dummkopf Franz wäre an eine von Fiennes verheirathet. Gebt mir den Brief, Gabriel.“. 5
„Wahrhaftig, ich befinde mich ſehr wohl, gnädig⸗ ſter Herr,“ erwiederte Gabriel, der etwas weiter gele⸗ ſen hatte,„ich kann die paar Zeilen, welche noch übrig ſind, wohl vollenden.„„Dieſe verdammte Heirath hat alſo viele Chancen des Vollzugs, nur eine einzige iſ
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heime Heirath an Fräulein von Fiennes gebunden, ei Eheſcheidung iſt vorläufig nothwendig. Doch es bedarf der Einwilligung des Papſtes, und Franz iſt nach Ron


