net. Das iſt noch nicht Alles, wir vermögen auch noch das zweite Haus Anjou zu repräſentiren, von dem wir durch die Frauen abſtammen. Wir haben alſo Anſprüche oder Rechte auf die Provence und auf Neapel. Be⸗ gnügen wir uns für den Augenblick mit Neapel. Würde die Krone einem Franzoſen nicht beſſer ſtehen, als einem Spanier? Warum bin ich nach Italien gekommen? Um ſie zu nehmen. Wir ſind Verbündete des Herzogs von Ferrara, verwandt mit den Cataffa, Neffen des Papſtes. Paul IV. iſt alt; mein Bruder, der Cardinal von Lothringen, wird ſein Nachfolger. Der Thron von Neapel wankt, ich beſteige ihn. Mein Gott, deshalb habe ich Siena und die Mailänder hinter mir gelaſſen, um bis zu den Abruzzen zu ſpringen. Der Traum war glänzend, doch ich befürchte ſehr, er bleibt bis jetzt ein Traum. Bedenkt, Gabriel, ich hatte nicht zwölftauſend Mann, als ich die Alpen überſchritt. Doch der Herzog von Ferrara hatte mir ſiebentauſend Mann verſprochen; er behielt ſie in ſeinen Staaten. Doch Paul IV. und die Caraffa hatten ſich gerühmt, ſie würden in dem Königreich Neapel eine mächtige Faction auf die Beine bringen, und ſie machten ſich anheiſchig, Soldaten, Geld und Proviant zu liefern; ſie haben nicht einen Mann, nicht einen Fourgon, nicht einen Thaler geſchickt. Meine Officiere zaudern, meine Truppen murren; gleichviel! ich werde bis zum Ende gehen, ich werde nur, wenn es zum Aeußerſten gekommen iſt, dieſes gelobte Land, auf deſſen Boden ich trete, verlaſſen, und wenn ich es ver⸗ laſſe, ſo komme ich zurück.“
Der Herzog trat mit dem Fuß auf den Boden⸗
als wollte er davon Beſitz ergreifen, ſein Blick funkelte,
er war groß und ſchön.
„Gnäbigſer Herr,“ rief Gahriel,„wie ſtolz bn ich, daß ich mit Euch, ſo ſchwach auch mein ei
ſein mag, zu ſo glorreichen Beſtrebungen mich habe ver⸗ binden können.“ „Und nun,“ ſprach der Herzog,„nun, da ich Euch


