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mein Ziel erreicht; daß ſich in der Zukunft ein anderes meinen Beſtrebungen bieten kann, leugne ich nicht, gnä⸗ digſter Herr, und dann, da Ihr die Güte hattet, mir einen ſo ſchönen Antrag zu machen, werde ich zu Euch meine Zuflucht nehmen, wie Ihr bis dahin für Leben und Tod auf mich rechnen könnt.“
„So iſt es gut! per Bacco, wie bieſe trunkenen Heiden von Cardinälen ſagen; ſei unheſorgt, Gabriel, Franz von Lothringen, Herzog von Guiſe, wird Dir warm in Beziehung auf Deine Liebe oder Deinen Haß dienen, denn nicht wahr, es iſt bei uns das eine oder das andere dieſer Gefühle im Spiel, mein Meiſter?“
„Das eine und das andere vielleicht, gnävigſter
r.“
„Ah! alle Wetter! und warum, wenn man die Seele ſo voll hat, warum ſie nicht in die eines Freundes er⸗ gießen?“
„Ach! gnädigſter Herr, ich weiß nicht einmal, ob ich liebe, und weiß gar nicht, daß ich haſſe.“
„Wahrhaftig! ſage mir doch, Gabriel, wenn Deine Feinde zufällig die meinigen wären, wenn der alte Un⸗ züchter von einem Montmoreney darunter ſein ſollte?“
„Das könnte wohl ſein, gnädigſter Herr, und wenn meine Zweifel begründet ſind doch es handelt ſich zur Stunde nicht um mich, ſondern um Euch und Eure großen Pläne. Wozu kann ich Euch dienlich ſein?“
„Vor Allem dazu, daß Ihr mir den Brief meines Bruders, des Cardinals von Lothringen, vorleſt, Gabriel.“
Gabriel entſiegelte und entfaltete den Brief, warf einen Blick darauf, reichte ihn dem Herzog und ſprach:
„Verzeiht, gnädigſter Herr, dieſer Brief iſt in beſon⸗ dern Charakteren geſchrieben, und ich kann ihn nicht leſen.“
„Ah!“ verſetzte der Herzog,„der Eilbote von Jean 6
Panquet hat ihn alſo gebracht? es iſt ein vertraulicher Brief, wie ich ſehe, ein Gitterbrief; warte, Gabriel.“ Er öffnete ein Kiſtchen von ciſelirtem Eiſen, zog ein


