Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

———

18 „Und warum? Um Dich dafür zu beſtrafen, daß Du

boshafter Weiſe den Hund Phylax in den Hühnerhof ge⸗

führt haſt?“ fragte Gabriel.

„Oh! aus einem ganz andern Grunde.“

„Und warum denn?“

Sie erhob ſich und ließ ihren Arm an ihrem Kleide herab und ihren Kopf auf die Bruſt fallen und ſpracht

„Weil ich die Frau eines Andern bin.“

Gabriel lachte nicht mehr und eine ſeltſame Unruhe ſchnürte ihm das Herz zuſammen; mit bewegter Stimme fragte er:

„Was ſoll das bedeuten, Diana?“

„Ich heiße nicht mehr Diana,“ erwiederte ſie,„ich heiße Frau Herzogin von Caſtro, denn mein Ge⸗ mahl heißt Horazio Farneſe, Herzog von Caſtro.“

Und das kleine Mädchen konnte nicht umhin, ein we⸗ nig durch ihre Thränen zu lächeln, als es ſagte: Mein Gemahl, mit zwölf Jahren! In der That, es war glor⸗ reich, Frau Herzogin! Doch ihr Schmerz erfaßte ſie wieder, als ſie den Schmerz von Gabriel wahrnahm.

Der Jüngling ſtand vor ihr, bleich und mit er⸗ ſchrockenen Augen.

„Iſt es ein Spiel? Iſt es ein Traum?“ ſagte er.

„Nein, mein armer Freund, es iſt die traurige Wirk⸗ lichkeit,“ verſetzte Diana.„Haſt Du nicht auf dem Wege Enguetrand begegnet, der vor einer halben Stunde nach Montgommery abgegangen iſt 2“

„Ich habe kürzere Pfade gewählt. Doch vollende.“

„Warum biſt Du auch vier Tage lang nicht geon⸗ men, Gabriel 2 Das iſt nie geſchehen, und hat uns Un⸗ glück gebracht, wie Du ſiehſt. Vorgeſtern Abend konnte ich kaum einſchlafen. Ich hatte Dich zwei Tage lang nicht geſehen, war unruhig, und ließ mir von Enguerrand verſprechen, wenn Du am andern Tage nicht kämeſt, ſo würden wir an dem darauffolgenden Morgen nach Mont⸗ gommery gehen. Und dann hatten wir, Engufrrand und

—

3 1— . *

w

ich, Vei ver wer

wer

— —