Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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„Ja vielleicht. Bin ich nicht meinem alten Enguer⸗ rand einen Beſuch und meinen Dank ſchuldig?“

„Und der gnädigſte Herr wird ſehr erfreut ſein, mit den Glückwünſchen von Enguerrand die eines hübſchen kleinen Mädchens Namens Diana zu empfangen; nicht wahr?“

„Dieſes hübſche kleine Mädchen,“ erwiederte Gabriel lachend,„iſt meine Frau, und ich bin ihr Mann ſeit drei Jahren, das heißt ſeit meinem fünfzehnten und ihrem neunten Jahr.“

Aloyſe wurde träumeriſch.

„Gnädiger Herr,“ ſprach ſie,„wenn ich nicht wüßte, wie geſetzt und aufrichtig Ihr trotz Eurer Jugend ſeid, wie ernſt und tief jedes Gefühl bei Euch iſt, ſo würde ich mich wohl vor den Worten hüten, die ich Euch zu ſagen habe. Doch was für Andere ein Spiel iſt, wird für Euch oft eine ernſte Sache. Bedenkt wohl, gnädigſter Herr, daß man nicht weiß, weſſen Tochter Diana iſt. Die Frau von Enguerrand, welcher damals ſeinem Herrn, dem Grafen von Vimoutiers, nach Fontainebleau gefolgt war, fand, nach Hauſe zurückkehrend, ein Kind in einer Wiege und eine ſchwere Goldborſe auf einem Tiſche; in der Börſe war nebſt einer ſehr beträchtlichen Summe die Hälfte eines gravirten Ringes und ein Papier mit dem einzigen Worte: Diana. Bertha, die Frau von Enguerrand, hatte kein Kind aus ihrer Ehe und nahm mit Freuden dieſe andere Mutterſchaft an, welche man von ihr verlangte. Als ſie jedoch wieder nach Vimoutiers kam, ſtarb ſie, wie mein Mann geſtorben iſt, dem ſein Gebieter Euch anvertraut hatte, gnädigſter Herr, und eine Frau erzog den verwaiſten Knaben, während ein Mann das verwaiſte Mädchen auf⸗ zog. Doch Beide mit einer ähnlichen Aufgabe betraut, tauſchten wir unſere Fürſorge aus, und ich ſuchte Diana gut und fromm zu machen, wie Enguerrand Euch geſchickt und gelehrt gemacht hat. Ihr habt natürlich Diana ken⸗

nen lernen und ſeid natürlich an ſie anhänglich geworden.