Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

für die Getreuen, und Ihr bliebet verborgen und unbekannt für die Böswilligen. Der gewaltige Lärm der Kriege in Italien, Spanien und Flandern gegen Kaiſer Karl V. trug, Gott ſei Dank! nicht wenig zu Eurer Beſchützung bei, und Ihr habt endlich geſund und wohlbehalten das

Alter erlangt, wo mir Perrot mich Eurer Vernunft und

Eurer Weisheit anzuvertrauen geſtattete. Doch Ihr, der Ihr gewöhnlich ſo ernſt und ſo klug, Ihr ſprecht nun mit dem erſten Worte für die Verwegenheit und das Ge⸗ räuſch, für die Rache und den Lärmen.“

„Für die Rache, ja; für den Lärmen, nein, Aloyſel Du glaubſt alſo, daß die Feinde meines armen Vaters noch leben?“

„Ich weiß es nicht, gnädigſter Herr; nur wäre es ſicherer, dies anzunehmen, und geſetzt, Ihr kämet an den Hof, noch unbekannt, doch mit Eurem glänzenden Namen, der die Blicke auf Euch ziehen wird, brav, aber uner⸗ fahren, ſtark durch Euer gutes Verlangen und die Ge⸗ rechtigkeit Eurer Sache, doch ohne Freunde, ohne Ver⸗ bündete, ſogar ohne perſönlichen Ruf, was wird dann

geſchehen? Diejenigen, welche Euch haſſen, werden Euch

kommen ſehen und Ihr werdet ſie nicht ſehen; ſie werden Euch ſchlagen und Ihr werdet nicht wiſſen, von wo der Schlag ausgeht, und Euer Vater wird nicht nur nicht ge⸗ Ae ſein, ſondern Ihr habt Euch ins Verderben ge⸗ ürzt.“. „Gerade deshalb, Aloyſe, bedaure ich es, daß ich

nicht Zeit hatte, mir Freunde und ein wenig Ruhm zu

verſchaffen. Ah! wenn ich zum Beiſpiel vor zwei Jahren Mittheilung erhalten hätte!..: Gleichviell! das iſt nur eine Verzögerung und ich werde die werlorenen Tage wie⸗

der einbringen. Auch aus anderen Gründen wünſche ich mir Glück, daß ich die letzten zwei Jahre in Montgom⸗

mery geblieben bin. Ich gleiche es dadurch aus, daß ich

nun den Schritt verdopple. Ich gehe nach Paris, Aloyſe, und zwar ohne zu verbergen, daß ich ein Montgommery