Teil eines Werkes 
1.-3. Bdchn (1847)
Entstehung
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Der junge Mann ergriff ihre Hände mit einer Be⸗ wegung tiefer Zärtlichkeit.*

„Setzt Euch,“ fuhr ſie fort,„nicht auf dieſen Seſſel, nicht auf dieſen Lehnſtuhl.“

„Wohin ſoll ich mich denn ſetzen, gute Amme?“ un⸗ terbrach ſie der junge Mann.

„Unter dieſen Prachthimmel,“ antwortete Aloyſe mit einer Stimme, der es nicht an einer gewiſſen Feier⸗ lichkeit gebrach.

Der junge Mann gehorchte.

Aloyſe machte ein Zeichen mit dem Kopf.

„Nun hört mich,“ ſprach ſie.

„Aber ſetze Dich doch wenigſtens,“ ſagte Gabriel.

„Ihr erlaubt mir?“

„Spotteſt Du, Amme?“

Die gute Frau ſetzte ſich auf die Stufen des Thron⸗ himmels, zu den Füßen des jungen Mannes, der aufmerk⸗ hun einen Blick voll Wohlwollen und Neugierde auf ſie

eftete.

„Gabriel,“ ſagte die Amme, endlich entſchloſſen, zu ſprechen,„Ihr waret kaum ſechs Jahre alt, als Ihr Eu⸗ ren Vater verloret und ich meinen Mann; Ihr waret mein Säugling geweſen, denn Eure Mutter ſtarb, als ſie Euch zur Welt brachte. Die Milchſchweſter Eurer Mutter, liebte ich Euch von jenem Tage an wie mein eigenes Kind. Die Witwe weihte ihr Leben der Waiſe. Wie ſie Euch ihre Milch gegeben, ſo gab ſie Euch auch ihre Seele, und Ihr werdet mir die Gerechtigkeit widerfahren laſſen, nicht wahr, Gabriel, daß nach Eurer Ueberzeugung mein Geiſt nie aufgehört hat, über Euch zu wachen.“

„Theure Aloyſe,“ erwiederte der junge Mann,„viele

wahre Mütter hätten weniger gethan, als Du, das wöre ich, und keine einzige, das ſchwöre ich ebenfalls, hätte mehr gethan.“ „Uebrigens beeiferte ſich Jeder um Euch, wie ich mich zuerſt beeifert hatte,“ fuhr die Amme fort.„Dom