Freundſchaft, welche Jeder gegen die Frau offenbarte, mit derſelben Ehrfurcht, die Jeder dem jungen Mann zu zol⸗ len ſchien.
„Meiſter Elyot,“ ſagte die Frau, welche, wie wir geſehen, voranging,„wollt Ihr uns wohl Eintritt in das Schloß gewähren? Ich habe Herrn Gabriel(ſie deutete auf den jungen Mann) etwas mitzutheilen und kann dies nur im Ehrenſaale thun.“
„Tretet ein, Dame Aloyſe,“ erwiederte Elyot,„ſagt, wo Ihr wollt, was Ihr dieſem jungen Herrn zu ſagen habt. Ihr wißt, daß Euch leider Niemand ſtören
Man durchſchritt den Saal der Wachen. Früher
wachten zwölf Männer von den Ländereien der Grafſchaft
beſtändig in dieſem Saale. Seit fünfzehn Jahren waren ſieben von dieſen Männern geſtorben, ohne daß man ſie wieder erſetzt hatte. Fünf blieben und lebten hier, thaten
denſelben Dienſt, den ſie zur Zeit des Grafen gethan
hatten, und warteten, bis die Reihe des Sterbens auch an ſie käme.
ging durch die Gallerie und trat in den Ehren⸗ aal.
Er war ausgeſtattet und geſchmückt wie am Tage, wo ihn der letzte Graf verlaſſen hatte. Nur war in die⸗ ſen Saal, wo ſich früher, wie in den Gemächern eines
oberſten Lehensherrn, der ganze Adel der Normandie ver⸗
ſammelte, ſeit fünfzehn Jahren Niemand mehr gekommen, als die mit der Unterhaltung deſſelben beauftragten Die⸗ ner, und ein Hund, der Lieblingshund des letzten Grafen, der, ſo oft er eintrat, kläglich nach ſeinem Herrn ſchrie, eines Tags nicht mehr hinausgehen wollte und ſich vor dem Prachthimmel niederlegte, wo man ihn am andern Tag todt fand.
Nicht ohne eine gewiſſe Bewegung ſeines Gemüths
trat Gabriel,— man erinnert ſich, daß man dem Jüng⸗ 4
ling dieſen Namen gegeben hatte,— trat Gabriel, ſagen


