262 „Alſo Herr Piton ſchmollte mit uns; Herr Pitou
iſt ſtolz auf ſeine neue Stellung; Herr Pitou ver⸗ achtet die armen Bauern, ſeitdem er Officier iſt.“ Pitou fühlte ſich verletzt. Ein ſo großes Oyfer, ſelbſt wenn man es verhehlt, verlangt beinahe immer belohnt zu werden, und da ihn Catherine im Gegen⸗
theil zu myſtificiren ſchien, da ſie ihn durch Vergleichung,
ohne Zweifel, mit Iſidor von Charny verſpottete, ſo verſchwand alle gute Geſinnung von Piton; die Eitel⸗ keit iſt eine ſchlaſende Schlange, auf welche zu treten nie klug iſt, wenn man ſie nicht mit dem Tritte zer⸗ malmt.
„Mademoiſelle,“ ſagte er,„mir ſcheint, daß Sie vielmehr mit mir ſchmollten.“
„Wie ſo?“
„Einmal haben Sie mich vom Pachthofe wegge⸗ jagt, indem Sie mir Arbeit verweigerten; oh! ich habe nichts davon Herrn Billot geſagt. Gott ſei Dank ich beſitze Arme und Muth im Dienſte meiner Bedürfniſſe.“
„Ich verſichere Sie, Herr Pitou..
„Genug, Mademviſelle, Sie ſind die Gebieterin in Ihrem Hauſe. Sie haben mich alſo weggejagt; da Sie ſodann in den Pavillon von Charny gingen und ich dort war, und da Sie mich geſehen haben, ſo war es an Ihnen, mit mir zu ſprechen, ſtatt zu entfliehen wie ein Aepfeldieb.“
Die Schlange hatte gebiſſen, Catherine ſiel von der Höhe ihrer Ruhe herab.
„Entfliehen,“ ſagte ſie;„ich entfloh?“
„Als brennte es im Pachthofe; ich hatte noch nicht Zeit gehabt, mein Buch zu ſchließen, als Sie ſchon auf dem im Blätterwerk verborgenen armen Cadet ſaßen, der die ganze Rinde einer Eſche gefreſſen hat, ein verlorener Baum.4
„Ein verlorener Baum, aber was ſagen Sie mir denn da, Herr Piton?“ ſtammelte Catherine, welche


