Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 9.-12. Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Er dachte nicht einmal mehr darüber nach, daß ſie einen Andern liebte. Nein, für ihn hatte Iſidor auf⸗ gehört, ein Gegenſtand der Eiferſucht zu ſein. Iſidor war würdig, geliebt zu ſein; aber Catherine, ein Mäd⸗ chen aus dem Volke, hätte vielleicht ihre Familie nicht entehren müſſen, oder ſie hätte wenigſtens Piton nicht in Verzweiflung bringen müſſen.

Wenn er überlegte, hatte die Reflexion ſehr ſcharfe Spitzen, ſehr grauſame Stiche.

Wie! ſagte ſich Pitou,es hat ihr dergeſtalt an Gemüth gefehlt, daß ſie mich hat gehen laſſen! Und ſeitdem ich gegangen bin, hat ſie nicht einmal die Ge⸗ wogenheit gehabt, ſich zu erkundigen, ob ich Hungers ge⸗ ſtorben. Was würde der Vater Billot ſagen, wenn er wüßte, daß man ſo ſeine Freunde verläßt, daß man ſo ſeine Angelegenheiten vernachläſſigt? Was würde er ſagen, wenn er wüßte, daß, ſtatt die Arbeit der Leute des Pachthofes zu beaufſichtigen, die Verwalterin des Hauſes ihrer Liebſchaft mit Herrn von Charny, einem Ariſtokraten, nachgeht!

Der Vater Billot würde nichts ſagen. Er würde Catherine umbringen.

Es iſt doch etwas, dachte Pitou,es iſt etwas, in ſeinen Händen das leichte Mittel einer ſolchen Rache zu haben.

Ja, doch es war ſchön, ſich deſſelben nicht zu be⸗ dienen.

Pitou hatte es indeſſen ſchon erprobt, die miß⸗ kannten ſchönen Handlungen nützen denjenigen nicht, welche ſie vollbracht haben.

Wäre es nicht möglich, Catherine zu wiſſen zu thun, daß man ſo ſchöne Handlungen vollbringe?

Ei! mein Gott, nichts war leichter: man durfte nur Catherine an einem Sonntag beim Tanze anreden und ihr wie zufällig eines von den ſchrecklichen Wor⸗ ten ſagen, welche den Schuldigen offenbaren, daß ein Dritter ihr Geheimniß ergründet hat.