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„Ich will damit ſagen, mein Herr, daß es in der Zeit, von der ich rede, unmöglich war, ſein Vaterland zu lieben, ohne zugleich ſeinen König und ſeine Königin
zu lieben.“
Gilbert erröthete, verbeugte ſich und fühlte in ſeinem
Herzen etwas wie einen Schlag von jener Elektricität, welche in ihren verführeriſchen Vertraulichkeiten die Königin ausſpendete.
„Sie antworten nicht, mein Herr,“ ſprach ſie.
„Madame,“ erwiederte Gilbert,„ich darf mich rühmen, daß ich die Monarchie mehr als irgend Je⸗ mand liebe.“
„Sind wir in einer Zeit, mein Herr, wo es ge⸗ nügt, zu ſagen, und wäre es nicht beſſer, zu thun?“
„Madame,“ entgegnete Gilbert erſtaunt,„ich bitte Eure Majeſtät, zu glauben, daß ich Alles, was der König oder die Königin befehlen wird...“
„Sie werden es thun, nicht wahr?“
„Sicherlich, Madame.“
„Damit, daß Sie es thun, werden Sie nur eine Pflicht erfüllt haben, mein Herr,“ ſprach die Königin, welche unwillkürlich wieder ein wenig von ihrem ge⸗ wöhnlichen Stolze annahm.
„Madame.
„Gott, der den Königen die Allmacht gegeben hat,“ fuhr Marie Antvinette fort,„hat ſie von der Verbind⸗ lichkeit, gegen diejenigen, welche nur ihre Pflicht erfüllen, dankbar zu ſein, freigeſprochen.“
„Ach! ach! Madame,“ entgegnete Gilbert,„die Zeit naht heran, wo Ihre Diener mehr als Ihre Dankbar⸗ keit verdienen werden, wenn ſie nur ihre Pflicht thun wollen.“
„Was meinen Sie damit, mein Herr?“
„Ich meine, Madame, daß Sie in dieſen Tagen der Unordnung und der Zerſtörung vergebens da Freunde ſuchen werden, wo Sie Diener zu finden gewohnt find. Bitten Sie Gott, Madame, er möge Ihnen andere
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