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„Eure Majeſtät bedurfte meiner nicht..
„Sie ſind beſcheiden.“
„Ich möchte es nicht ſein.“
„Warum?“
„Wäre ich weniger beſcheiden, ſo wäre ich auch weniger ſchüchtern und folglich mehr geeignet, meinen
reunden zu dienen oder Feinden zu ſchaden.“
„Warum ſagen Sie: Meine Freunde, und ſagen Sie nicht: Meine Feinde?“
„Weil ich keine Feinde habe, oder vielmehr, weil ich nicht anerkennen will, daß ich habe, von meiner Seite wenigſtens.“
Die Königin ſchaute ihn erſtaunt an.
„Damit will ich ſagen,“ fuhr Gilbert fort,„die⸗ jenigen ſeien allein meine Feinde, welche mich haſſen, ich aber Niemand.“
eil?“
„Weil ich Niemand mehr liebe, Madame.“
„Sind Sie ehrgeizig, Herr Gilbert?“
„Ich habe einen Augenblick gehofft, es zu werden, Madame.“
„Und„
„Und dieſe Leidenſchaft iſt in meinem Herzen nicht zur Reife gekommen, wie alle andere.“
„Es bleibt Ihnen jedoch eine,“ ſprach die Königin einer Art von ironiſchen Feinheit. „Mir, Madame? Und welche, guter Gott?“ i Vaterlandsliebe.“ Gilbert verbeugte ſich.
„Oh! das iſt wahr,“ ſprach er,„ich bete mein Vaterland an und werde ihm alle Opfer bringen.“ „„Ach!“ ſagte die Königin mit einem unbeſchreib⸗ lichen Zauber der Schwermuth,„es gab eine Zeit, wo ein Franzoſe dieſen Gedanken nie mit den Worten, welche Sie angewendet, ausgedrückt hätte.“
„Was will die Fönigin damit ſagen?“ fragte Gil⸗ bert ehrerbietig.
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