„Ah!“ ſagte ſie,„und wem muß man es denn zu⸗ ſchreiben? Sprechen Sie.“
„Madame,“ fuhr Gilbert den Kopf ſchüttelnd fort, „ich ſehe und ich ſtudire das Volk. Das Volk, wenn es in Revolutionszeiten mordet, das Volk tödtet mit ſeinen eigenen Händen; es iſt dann der Tiger in Wuth, der gereizte Löwe. Der Tiger und der Löwe nehmen keine Mittelsperſon, keinen Agenten zwiſchen der Gewalt und dem Opfer; ſie tödten, um zu tödten; ſie vergießen das Blut, um es zu vergießen; fie lieben es, ihren Zahn damit zu färben, ihre Klaue darein zu tauchen.“
„Zurbn ſ
wahr? Aber iſt nicht Fleſſelles mit einem Piſtolen⸗ ſchuß getödtet worden? Ich habe es wenigſtens ſagen hören; doch im Ganzen,“ fuhr die Königin mit Ironie fort,„vielleicht iſt das nicht wahr, wir find ſo ſehr mit Schmeichlern umgeben, wir gekrönten Häupter.“
Gilbert ſchaute ſeinerſeits die Königin feſt an und ſagte:
nd Foulon und Berthier Zeugen, nicht
„Oh! bei dieſem glauben Sie ebenſo wenig als ich,
Madame, daß ihn das Volk getödtet hat. Bei dieſem gab es Leute, welche dabei intereſſirt waren, daß er ſtarb.“
Die Königin dachte nach.
„Das iſt in der That möglich,“ ſprach ſie.
„Somit...“ verſetzte Gilbert, indem er ſich ver⸗ beugte, als wollte er die Königin fragen, ob ſie ihm noch etwas zu ſagen habe.
„Ich begreife, mein Herr,“ ſprach die Königin, während ſte den Doctor ſanft durch eine beinahe freund⸗ ſchaftliche Geberde zurückhielt.„Wie dem auch ſein mag, laſſen Sie mich Ihnen ſagen, daß Sie den König nie ſo wirklich mit Ihrer Kunſt retten werden, als Sie ihn mit Ihrer Bruſt gerettet haben.“
Gilbert verbeugte ſich zum zweiten Mal.
Doch da er ſah, daß die Königin blieb, blieb er auch⸗
„Ich hätte Sie wiederſehen müſſen,“ ſagte ſie nach einer Pauſe von einem Augenblick.
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