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Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 5.-8.Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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nicht eine von ſeinen Geberden wurde begriffen, nicht eine von ſeinen Thränen wurde geſehen.

Von Sufe zu Stufe zurückgeſtoßen, kniete er auf der Freitreppe des Stadthauſes nieder und beſchwor dieſe Tiger, die er ſeine Mitbürger nannte, ihre Nation nicht zu entehren, ſich ſelbſt nicht zu entehren, nicht zu Märtyrern die Schuldigen zu erheben, denen das Geſetz einen Theil Ehrloſigkeit mit einem Theil Be⸗ ſtrafung ſchuldig ſei.

Als er beharrlich fortfuhr, gelangten die Dro⸗ hungen bis zu ihm, doch er kämpfte gegen die Dro⸗ hungen. Einige Raſende zeigten ihm dann die Fauſt und hoben ihre Gewehre zu ihm empor.

Er ging ihren Streichen entgegen, und ihre Waffen ſenkten ſich.

Aber wenn man Lafayette bedroht hatte, ſo bedrohte man Berthier noch viel mehr.

S kehrte Lafayette wie Bailly in's Stabthaus urück.

Die Wähler hatten alle Lafayette machtlos gegen den Sturm geſehen; damit war ihr letzter Wall nie⸗ dergeſtürzt.

Sie beſchloſſen, die Wache des Stadthauſes ſollte Berthier nach der Abbaye führen.

Das hieß Berthier in den Tod ſchicken.

Endlich! ſagte Berthier, als der Beſchluß ge⸗ faßt war.

Und er ſchaute alle dieſe Menſchen mit einer tiefen Verachtung an und ſtellte ſich unter die Wachen, nach⸗ dem er Bailly und Lafayette durch ein Zeichen gedankt

und Billot die Hand gereicht hatte.

Bailly wandte ſeinen Blick voll Thränen, Lafayette ſeine Augen voll Entrüſtung ab.

Berthier ſtieg die Treppe des Stadthauſes mit demſelben Schritte hinab, mit dem er ſie heraufgeſtie⸗ gen war.

In dem Augenblick, wo er auf der Freitreppe er⸗

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