263
bin; ſeit zwei Tagen habe ich nicht geſchlafen; von Compiogne nach Paris bin ich heute geſtoßen, geſchla⸗ gen, gezerrt worden; wenn ich zu eſſen verlangte, bot man mir Heu, was nicht ſehr erfriſchend iſt; laſſen Sie mir einen Ort geben, wo ich ſchlafen kann, und wäre es nur eine Stunde.“
In dieſem Augenblick ging Lafahette aus dem Saal, um ſich zu erkundigen. Er kam niedergeſchlagener als je zurück.
„Mein lieber Bailly,“ ſagte er,„die Erbitterung iſt auf den höchſten Grad geſtiegen. Herrn Berthier hier behalten heißt ſich einer Belagerung ausſetzen; das Stadthaus vertheidigen heißt den Wüthenden den Vorwand geben, den ſie verlangen; das Stadthaus nicht vertheidigen heißt die Gewohnheit annehmen, nachzu⸗ geben, ſo oft man es angreifen wird.“
Während dieſer Zeit hatte ſich Berthier auf eine Bank geſetzt und dann gelegt.
Er ſchickte ſich an, zu ſchlafen.
Die wüthenden Schreie gelangten zu ihm durch das Fenſter, ſtörten ihn aber nicht; ſein Geſicht bewahrte die Ruhe des Mannes, der Alles vergißt, um den Schlaf zu ſeiner Stirne ſteigen zu laſſen.
Bailly berieth ſich mit den Wählern und mit Lafayette.
Billot ſchaute Berthier an.
Lafayette ſammelte raſch die Stimmen, wandte ſich an ben Gefangenen, der einzuſchlafen anfing, und ſagte zu ihm:
„Mein Herr, wollen Sie ſich bereit halten.“
Berthier ſtieß einen Seufzer aus, erhob ſich auf ſeinen
Ellenbogen und fragte:
„Wozu bereit?“
„Dieſe Herren haben beſchloſſen, daß Sie nach der Abbaye gebracht werden ſollen.“
„Nach der Abbaye? gut,“ ſagte der Intendant. „Doch,“ fügte er bei, indem er die verlegenen Richter


