Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 5.-8.Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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daß die Menge, hat ſie einmal den Parorismus ihres Zornes erreicht, die wahnſinnigſten Neuigkeiten als wahr preisaht.

erjenige, welchen man aller dieſer Verbrechen beſchuldigte, war ein noch junger Mann von dreißig bis zweiunddreißig Jahren, elegant gekleidet, beinahe lächelnd unter den Streichen und Beleidigungen; er ſchaute um ſich her mit vollkommener Sorgloſiakeit die ſchändlichen Anſchlagzettel an, die man ihm zeigte, und plauderte ohne Prahlerei mit Riviére.

Zwei über ſeine Gelaſſenheit aufgebrachte Menſchen wollten ihn erſchrecken und aus ſeiner Haltung bringen. Sie ſtellten ſich jeder auf einen Fußtritt des Cabrio⸗ lets und hielten Beide Berthier das Bajonett ihrer Flinte auf die Bruſt.

Aber muthig bis zur Verwegenheit, ließ ſich Ber⸗ thier nicht durch ſo wenig in Bewegung ſetzen und ſprach fortwährend mit dem Wähler, als ob dieſe zwei Gewehre nur eine harmloſe Zugabe des Cabriolets geweſen wären.

Teief gereizt durch dieſe Verachtung, welche ſo ſelt⸗ ſam mit der Angſt von Foulon contraſtirte, brüllte die Menge um den Wagen her und wartete mit Ungeduld auf den Augenblick, wo ſie ſtatt einer Drohung einen Schmerz auferlegen könnte.

Da beftete Berthier ſeinen Blick auf etwas Unge⸗ ſtaltes, Blutiges, das man vor ihm ſchüttelte, und er⸗ kannte plötzlich den Kopf ſeines Schwiegervaters, der ſich bis zur Höhe ſeiner Lippen neigte.

Man wollte ihn den Kopf küſſen laſſen.

Herr Riviére ſchob entrüſtet den Spieß mit ſeiner Hand auf die Seite.

Berthier dankte ihm mit einer Geberde, wandte

ſich aber nicht einmal um, um mit dem Auge dieſer

häßlichen Trophäe zu folgen, welche die Henker hinter dem Cabriolet, über dem Kopf von Berthier, trugen. Man kam ſo auf die Grove und der Gefangene