—
—
Bailly und Lafayette baten, flehten, ſchrieen mitt⸗ lerweile und ſuchten durch die Menge zu dringen; plötzlich erhebt ſich Foulon abermals am Ende des Stricks, der abermals bricht, und ihre Bitten, ihr Flehen, ihr Kampf, welcher nicht minder ſchmerzlich, als der Todeskampf des armen Sünders, verlieren ſich, vermengen ſich, erlöſchen in dem allgemeinen Gelächter, mit dem man dieſen zweiten Sturz empfängt.
Bailly und Lafahette, drei Tage vorher noch die unumſchränkten Beherrſcher des Willens von ſechsmal⸗ hunderttauſend Pariſern,— heute hörte nicht einmal das Kind auf ſie. Man murrt; ſie beengen, ſie unter⸗ brechen das Schauſpiel.
Billot hat ihnen vergebens mit ſeiner Stärke Beiſtand geleiſtet, der kräftige Athlet hat zwanzig Menſchen niedergeworfen, doch um bis zu Foulon zu dringen, müßte er fünfzig, hundert, zweihundert nieder⸗ werfen, und ſeine Kräfte find erſchöpft, und während er inne hält, um den mit Blut vermengten Schweiß, der von ſeiner Stirne fließt, abzuwiſchen, erhebt ſich Foulon bis zum Kloben der Laterne.
Diesmal hat man Mitleid mit ihm gehabt, man hat einen neuen Strick gefunden.
Endlich iſt der Verurtheilte todt. Das Opfer leibet nicht mehr.
Eine halbe Minute hat der Menge genügt, um außer Zweifel zu ſetzen, daß der Lebensfunke erloſchen iſt. Nun hat der Tiger getödtet, er kann verſchlingen.
Oben von der Laterne herabgeſtürzt, berührte der Leichnam nicht einmal die Erde. Er wurde vorher in Stücke zerriſſen.
In einer Sekunde hatte man den Kopf vom Rumpfe getrennt, und in einer Sekunde hob man ihn am Ende eines Spießes in die Höhe. Es war zu jener Zeit ſehr Mode, den Kopf ſeiner Feinde ſo zu tragen.
Bei dieſem Schauſpiel erſchrak Bailly ungemein; er ſah in dieſem Kopf die Meduſa des Alterthums.


