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Es war Gott ohne Zweifel, der ihr als Ruhe und als Stütze die heilſame Fähigkeit, den König, ihren Ge⸗ mahl, über Alles zu lieben, ſchickte.
In dieſem Augenblick wenigſtens fühlte ſie es, oder glaubte ſie es zu fühlen: der Stolz des Königthums erhob die Königin über alle irdiſche Leidenſchaften; die Liebe des Königs war ihr Egoismus.
Sie hatte alſo ganz und gar nach Außen ſowohl die kleinen Rachgieren der Frau, als die leichtfertigen Coquetterien der Liebhaberin vertrieben, als die Fackeln der Escorte im Hintergrunde erſchienen. Dieſes Feuer vergrößerte ſich in jeder Secunde durch die Raſchheit des Laufes.
Man hörte die Pferde wiehern und ſchnaufen, der Boden zitterte in der Stille der Nacht unter dem tacimäßigen Gewicht der ſchnell herbeikommenden Schwadronen.
Die Gitter öffneten ſich, die Poſten ſtürzten mit tauſend begeiſterten Ausrufungen dem König entgegen; der Wagen rollte geräuſchvoll auf dem Pflaſter des großen Hofes.
Geblendet, entzuckt, bezaubert, trunken von Allem, was ſie empfunden, eilte die Königin die Stufen hinab auf den König zu.
Ludwig XVI. hatte ſeinen Wagen verlaſſen und ſtieg ſo raſch als möglich unter ſeinen, duſch die Er⸗ eigniſſe und ihren Triumph, bewegten Officieren die Treppe hinauf, während unten die Garden, ohne Um⸗ ſtände mit den Stallknechten und Stallmeiſtern ver⸗ miſcht, von den Wagen und Geſchirren alle Cocarden abriſſen, die der Enthuſiasmus der Pariſer daran be⸗ feſtigt hatte.
Der König und die Königin begegneten ſich auf einem marmornen Ruheplatze. Mit einem Schrei der Freude und der Liebe umarmie die Königin ihren Ge⸗ mahl wiederholt.
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