Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 5.-8.Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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In der That, fuhr die Königin mit einer Art von Wuth fort,es liegt im Geſchicke der Leute, welche lieben, daß ſie nur an den Gegenſtand ihrer Zuneigung denken; es wäre eine Freude für die armen Herzen, unbarmherzig Alles zu opfern, Alles dem Gefühle, das ſie bemegt. Mein Gott! wie beſorgt bin ich um den König.

Madame, wagte einer von den Anweſenden zu bemerken,andere Couriere werden kommen.

Oh! warum bin ich nicht in Paris, ſtatt hier zu ſein; warum bin ich nicht beim König, ſprach Marie Antvinette, welche geſehen hatte, daß Charny unruhig wurde, ſeitdem ſie ihm die Eiferſucht zu geben ſuchte, die ſie ſelbſt ſo heftig empfand.

Charny verbeugte ſich.*

Wenn es nur das iſt, Madame, ſagte er,ich will dahin gehen, und wenn, wie Eure Majeſtät denkt, eine Gefahr für den König ſtattfindet, wenn dieſer koſt⸗ bare Kopf preisgegeben iſt, glauben Sie mir, Madame, ſo wird es nicht meine Schuld ſein, daß ich nicht den meinigen preisgegeben habe. Ich gehe.

Er verbeugte ſich in der That und machte einen Schritt, um ſich zu entfernen.

Andrée aber warf ſich ihm entgegen und rief:

Mein Herr, mein Herr, ſchonen Sie ſich!

Es fehlte bei dieſer Scene nichts mehr, als der Ausbruch der Befürchtungen von Andrée.

Kaum hatte auch Andrée, unwillkürlich aus ihrer

gewöhnlichen Kälte herausgeriſſen, dieſe unvorſichtigen Worte ausgeſprochen und dieſe außerordentliche Beſorg⸗ niß geäußert, als die Königin entſetzlich bleich wurde. Ei! Madame, ſagte ſie zu ihr,wie kommt es, daß Sie ſich hier die Rolle der Königin anmaßen? Ich, Madame? ſtammelte Andrée, begreifend,

daß ſie zum erſten Mal aus ihren Lippen das Feuer,

das ſeit langer Zeit in ihrer Seele brannte, hatte ſpringen laſſen.

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