Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 5.-8.Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Wie? fuhr Marie Antoinette fort,Ihr Gatte iſt im Dienſte des Königs, er will den König aufſuchen; wenn er ſich einer Geſahr ausſetzt, ſo geſchieht es für den König, und während es ſich um den Dienſt des Königs handelt, ermahnen Sie Herrn von Charny, ſich zu ſchonen!

Bei dieſen niederſchmetternden Worten verlor An⸗ drée das Bewußtſein; ſie ſchwankte und wäre auf den Boden gefallen, hätte ſie nicht Charny, haſtig auf ſie zutretend, in ſeinen Armen aufgehalten.

Eine Geberde der Entrüſtung, welche Charny nicht zu beherrſchen vermochte, brachte die Königin vollends in Verzweiflung; ſie glaubte nur eine verwundete Neben⸗ buhlerin zu ſein, während ſie eine ungerechte Fürſtin geweſen war.

Die Königin hat Recht, ſprach endlich Charny mit einer gewiſſen Anſtrengung,und Ihre Bewegung, Frau Gräfin, iſt ſchlecht berechnet geweſen; Sie haben keinen Gatten, Madame, wenn es ſich um die Intereſſen des Königs handelt; und es wäre an mir, Ihnen zuerſt zu befehlen, mit Ihrer Empfindſamkeit ſparſam zu ſein, wenn ich bemerkte, daß Sie einige Furcht für mich hegen wollten.

Dann wandte er ſich an Marie Antoinette und ſagte kalt:

bin zu den Befehlen der Königin und gehe. Ich werde Ihnen Nochrichten vom König bringen, gute Nachrichten, Madame, oder ich bringe Ihnen gar keine.

Nachdem er dieſe Worte geſprochen, verbeugte er ſich bis auf die Erde und ging ab, ohne daß die Königin, zugleich von Schrecken und Zorn betroffen, nur daran dachte, ihn zurückzuhalten.

Einen Augenblick nachher hörte man auf dem Pfla⸗ ſter des Hofes die Hufeiſen eines galoppirenden Pferdes ſchallen.

Die Königin blieb unbeweglich, aber von einer