„Was befürchteſt Du?“
„Ich befürchte, in Ihren Augen für einen Geiſter⸗ ſeher zu gelten, oder mit Ihnen von Dingen zu reden, die Sie betrüben würden.“
„Du betrübſt mich noch viel mehr, wenn Du Dein Geheimniß bewahrſt, liebes Kind.“
„Sie wiſſen wohl, daß ich kein Geheimniß für Sie habe.“
„So ſprich.“
„In der That, ich wage es nicht.“
„Sebaſtian, Du, der Du ein Mann zu ſein Dir einbildeſt?“
„Gerade deshalb.“
„Auf, faſſe Muth.“
„Wohl denn, mein Vater, es iſt ein Traum!“
„Ein Traum, der Dich erſchreckt?“
„Ja und nein; denn wenn ich dieſen Traum mache, bin ich nicht erſchrocken, ſondern wie in eine andere Welt verſetzt.“
„Erkläre Dich.“
„Schon als kleines Kind hatte ich ſolche Viſionen. Sie wiſſen, zwei oder dreimal bin ich in den großen Wäldern verirrt, die das Dorf umgeben, wo ich aufge⸗ zogen wurde.“
„Ja, man hat es mir geſagt.“
„Wohl! ich folgte etwas wie einem Geſpenſt.“
„Du ſagſt?. fragte Gilbert, indem er ſei⸗ nen Sohn mit einem Erſtaunen anſchaute, das dem Schrecken glich.
„Hören Sie, mein Vater, was geſchah: ich ſpielte wie die anderen Kinder im Dorfe, und ſo lange ich im Dorfe war, ſo lange andere Kinder mit mir oder bei mir waren, ſah ich nichts; wenn ich mich aber von ihnen trennte, wenn ich die letzten Gärten überſchritt, ſo fühlte ich in meiner Nähe etwas wie das Rauſchen eines Kleides; ich ſtreckte die Arme aus, um es zu faſſen, und ich umfing nur die Luft; doch wie ſich dieſes


