Teil eines Werkes 
Denkwürdigkeiten eines Arztes : Dritte Abteilung, Ange Pitou : 5.-8.Bändchen (1851) Mémoires d'un médecin
Entstehung
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Guyon, hatte in der That einmal geſehen, wie Herr von Sartines in den Kerker von White eingetreten war und ihn hatte eine Vollmacht unterzeichnen laſſen. Doch der Gefangene hatte dieſe Umſtände völlig ver⸗ geſſen.

Tavernier war der älteſte von Allen. Er zählte zehn Jahre Gefangenſchaft auf den Sainte⸗Marguerite⸗ Inſeln und dreißig in der Baſtille; es war ein Greis don neunzig Jahren, mit weißen Haaren und weißem Bart; ſeine Augen haten ſich in der Dunkelheit ab⸗ geſtumpft, und er ſah nur noch durch eine Wolke. Als man in ſein Gefängniß eintrat, begriff er nicht, was man hier wollte; da man ihm von Freibeit ſprach, ſchüttelte er den Kopf, und endlich, als man ihm be⸗ merkte, die Baſtille ſei genommen, rief er:

Ho! ho! was werden König Ludwig XV., Frau von Pompadour und der Herzog von La Vailliere dazu ſagen?

Tavernier war nicht einmal Narr; er war nur, wie White, Idiot.

Die Freude dieſer Menſchen war gräßlich anzu⸗ ſchauen, denn ſie ſchrie nach Rache, ſo ſehr glich ſie der Angſt und dem Schrecken. Zwei oder drei ſchienen nahe daran, unter dieſem, aus einem hunderttauſend⸗ fachen Geſchrei beſtehenden, Tumult zu verſcheiden. ſie, die nie die Stimme von zwei zugleich ſprechenden Men⸗ ſchen ſeit ihrem Eintritt in die Baſtille gehört hatten; ſie, die nur noch an das langſame, geheimnißvolle Ge⸗ räuſch des Holzes, das in der Feuchtigkeit ſpielt, der Spinne, die ihr Gewebe unbemerkt mit einem Schlagen ähnlich dem einer unſichtbaren Pendeluhr verfertigt, oder der Ratte, welche kratzt und weiter läuft, gewöhnt waren.

In dem Augenblick, wo Gilbert erſchien, machten die Enthyſiaſten den Vorſchlag, die Gefangenen im Triumphe umherzutragen, welcher Vorſchlag einſtimmig angenommen wurde.

Gilbert hätte ſehr gewünſcht, dieſer Huldigung zu